Montagmorgen-Bauchschmerzen: Schulvermeidung bei Kindern verstehen

Show notes

Bauchschmerzen vor der Schule, die auch in der Kinderarztpraxis organisch nicht erklärt werden können – ein Thema, das viele Familien betrifft, aber selten offen besprochen wird. In dieser Folge sprechen wir mit der klinischen Psychologin und angehenden Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Jana Sartingen über die Grauzone zwischen "nichts gefunden" und "stellt sich nur an". Jana ist Mitgründerin von Praevenio, einem Institut für Psychoedukation, das Schulen, Familien und Kitas bundesweit begleitet.

Darum geht's in dieser Folge: •⁠ ⁠Gründe dafür, warum Bauchschmerzen vor der Schule real sind, auch ohne organischen Befund •⁠ ⁠Warum Vermeidung die Angst langfristig verstärkt •⁠ ⁠Ein ehrlicher Blick auf das Bildungssystem und warum Wohlbefinden und Leistung kein Widerspruch sind •⁠ ⁠Die wichtigsten Kriterien zur Einordnung zu Hause durch die Eltern •⁠ ⁠Konkrete Strategien: kleine Schritte, Belohnungssysteme, Gesprächstipps und wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Mehr zu Jana Sartingen und Praevenio findet ihr auf https://praevenio.org/

Wenn euch diese Folge weitergeholfen hat, leitet sie gerne an Familien weiter, die sich in diesem Thema wiedererkennen könnten.

Show transcript

00:00:23: So ihr Lieben, hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Handfuß Mund.

00:00:27: Euren Podcast über Kinder- und Jugendmedizin.

00:00:29: Es begrüßen euch wie immer an den Mikros eure beiden Hosts.

00:00:34: Das bin ich,

00:00:39: Halle Nibras.

00:00:40: Schön das ihr eingeschaltet habt zu einer neuen Folge.

00:00:43: vielleicht hört ihr heute das erste Mal zu.

00:00:44: deswegen die obligatorische Kurzvorstellung.

00:00:47: wir beide sind Kinderärzte langjährig schon in der Klinik tätig und machen hier schon seit einigen Jahren diesen Podcast zu allen möglichen Themen rund um die Kindergesundheit.

00:00:58: Und heute sind wir nicht alleine, lieber Florian.

00:01:01: Wir sind zu dritt und haben eine wunderbare Interviewgäste in eingeladen.

00:01:04: Erzähl uns doch mal ganz kurz was uns heute erwartet sowohl thematisch als auch wer uns unterstützt?

00:01:11: Sehr gerne!

00:01:13: Ja wir haben es ja immer wieder einmal dass wenn wir besonders spannende Themen haben aber vielleicht auch Themen die so nicht zu unserem absoluten Alltag gehören zumindest nicht in der Klinik dass wir uns Verstärkung holen.

00:01:26: Und das ist uns heute gelungen, denn wir haben heute die Liebe Jana bei uns!

00:01:35: So, Jana jetzt müssen wir gleich das erste mal schneiden weil ich habe deinen Nachnamen vergessen.

00:01:42: Stimmt!

00:01:44: Jetzt hab' ich ja schon reingebremst.

00:01:48: Ja, wir haben uns heute die Liebe Jana Satingen als Verstärkung geholt.

00:01:53: War alles über ein Thema geht und das in die Psycho Hygiene der unserer Kinder hinein ragt und glaube ich ganz viele Familien beschäftigt.

00:02:04: Zuerst mal Hallo liebe Jana!

00:02:06: Wohl

00:02:07: schön dass ich hier sein darf.

00:02:09: Sehr gerne.

00:02:10: Jana du bist klinische Psychologin angehende Kinder und Jugendlichen Psychotherapeutin.

00:02:19: Da kommt gleich die nächste Ausbildung bei dir dazu, das ist auch eine sehr spannende Entwicklung.

00:02:27: Aber du wirst uns heute Rede und Antwort stehen bei einem ganz spannenden Thema was vor allem Schulkinder betrifft nämlich nicht so leicht einzuschätzen der Situation zu Hause wenn es zum Beispiel nicht in die Schule Geht wenn die Kinder sagen ich hab Bauchweh, ich bleib lieber zu Hause.

00:02:50: Erzähl uns doch mal warum dieses Thema... Warum du genau die richtige bist um über dieses Thema zu sprechen und warum dich dieses Thema in deinem Alltag doch auch beruflich bewegt?

00:03:01: Ja danke also!

00:03:03: Theoretisch hat man es im Studium gelernt und jetzt erlebe ich es aber auch jeden Tag praktisch, ja vor zwei Jahren den Institut mitgegründet.

00:03:13: Bei VENIO heißen wir Institut für Psycho-Idekation und da sind wir eigentlich genau in diesem Spannungsfeld unterwegs also zwischen Schulen Familien und Kindergärten weil das Thema startet auch oft schon mittlerweile in Kita und Kindergärten.

00:03:29: Und begleiten da das ganze System rund um Kinder- und Jugendliche, wir begleiteten die Eltern, wir begleiten die Lehrkräfte, Fachkräfte ,die Erziehenden weil wir der Meinung sind nur starke Erwachsene schützen da dann auch die Kinder und werden die Kinder stärken und dass ist bei dem Thema besonders sinnvoll.

00:03:47: Also im Grunde genommen geht es ja heute um diese klassischen Notentagmorgen Bauchschmerzen.

00:03:54: Vielleicht kannst du uns da einmal schon so ein bisschen eine Einführung geben, was wir uns darunter überhaupt vorzustellen haben unter dieser Thematik oder was für eine Problematik sich den Familien grundsätzlich mal zeigt bevor wir dann da ein bisschen in die Tiefe gehen.

00:04:14: Ja, da können wir auch gerne uns mal austauschen weil wir haben auch oft Kinder, die schon vom Kindenerarzt kommen und da konnte Organisch nichts zu finden, weil oft ist die erste Anlaufstelle der Kinderarzt.

00:04:25: Wo die Eltern da hingehen, wo mein Kind klagt über Bauchschmerzen und das sind so diese Montagmorgenbauchschmärzen in Extremfällen.

00:04:32: Sind das aber auch Bauchsschmerzen?

00:04:34: Die über Monate hinweg da sind und nicht nur Bauch schmerzen, es können natürlich auch Kopfschmerze sein, Verspannungen und sonstige Themen.

00:04:42: Und das ist eigentlich ganz wichtig mal zu verstehen, wo kommt das her?

00:04:47: Was macht die Psyche da, was macht das hier mit uns?

00:04:50: Warum sind Kinder da so anfällig.

00:04:52: Weil dann haben wir nicht diesen Zugschluss von ... Wenn der Kind sagt, er hat Orgatisch und körperlich nichts gefunden, dann muss ich es sich irgendwie anstellen.

00:04:59: Dann ist da ja nichts.

00:05:00: Und da gibt's dieses Dazwischen, worüber wir immer wieder aufklären.

00:05:05: Ja, ähm...

00:05:06: Ich

00:05:07: gehe dir das Thema ein bisschen anders rein als Florian, glaube ich.

00:05:09: Florian hat schon einige Schulkinder zu Hause.

00:05:12: Vielleicht kennst du das Phänomen auch aus dem Alltag.

00:05:16: Versuche das eher mich zurück zu erinnern.

00:05:18: Also meine Kinder sind noch nicht alt genug, versuch mich eher zurückzuerinnern wie das bei mir so war und ich kann das schon nochmal nachvollziehen.

00:05:26: Bei mir war das eher mal bei bekannten Stresssituationen wie eine anstehenden Leistungsüberprüfung in der Schule klassische Klassenarbeit oder man muss einen Referat halten und ist deswegen aufgeregt hat dass man dann auch schon wenn man sonst nicht dazu neigte vielleicht mal beschwerden hatte und dachte, ja irgendwie heute grummelt's.

00:05:48: Aber ich hatte das ganz krass früher vom Schwimmunterricht.

00:05:52: Ich war überhaupt gar kein ... Also ich bin keine Wasserratte!

00:05:55: Ich hab mich selber therapiert und es funktioniert und ich geh schonmal mit aber... Ich hatte schon echt krass vor dem Schwimm-Unterricht beim DLRG da war ich angemeldet und da hatte ich regelmäßig Bauchschmerzen davor.

00:06:11: und deswegen Ja da kann ich dann schon verstehen, dass Kinder die vielleicht auch mit dem Schulweg, mit dem Gang in die Schule, mit denen was dort passiert.

00:06:24: Das kann ja alles mögliche sein das kann ja... Die Schule selbst sein, das kann vielleicht wie gerade gesagt wirklich der Schulweg sein?

00:06:31: Vielleicht passiert da immer irgendwas Unangenehmes, vielleicht ist die Busfahrt ganz furchtbar, vielleicht äh.. wird einem immer schlecht im Bus oder so, also verschiedene Sachen.

00:06:40: Vielleicht hat man Streit mit irgendwem in der Schule.

00:06:43: Man geht eigentlich gern zur Schule aber hat ein Konflikt dort und er hat deswegen vielleicht beschweren.

00:06:49: Deswegen finde ich das sehr spannend um das Thema zu gucken, woher kommt das?

00:06:54: Und vielleicht auch wirklich im Laufe des Gesprächs heute auch ganz konkrete Tipps zu haben die man damit umzugehen hat.

00:07:03: Wir müssen uns vorstellen, da gibt es einen Areal die Ermückterler.

00:07:11: Das ist ein kleiner Mangelkern, den kennt ihr sicherlich auch.

00:07:14: Der ist ja so ein bisschen das Alarmsystem im Gehirn.

00:07:16: also ich nenne ihn auch gerne den Rauchmelder und das ist ja uraldet und der springt immer an wenn Gefahren lauern.

00:07:23: Also früher ist er angesprungen wenn beispielsweise der Säbelzahntieger auf uns zukam und dann gab's die Fight or Fly.

00:07:30: muss sich jetzt fliehen oder kämpfen?

00:07:32: ganz schnell Reaktion.

00:07:35: Das musste wirklich in Sekunden schnelle passieren, bevor die Vernunft eher der Prefrontale Quortex angesprungen ist und das noch mal runter regulieren konnte.

00:07:43: Der Prefrontalic Quortex ist ja sehr, sehr lange auch bis hin in der Bibliothek bei den Kindern noch nicht ausgebildet.

00:07:49: also denen fährt es nochmal schwieriger sich darunter zu regulieren.

00:07:52: Und jetzt springt diese Amygdala an!

00:07:55: Die springt lieber einmal zu vielern als einmal zu wenig weil es besser ich rennt von dem Fuchs weg als ich bleib beim Bär stehen unter Frist nicht körperlich oder psychisch.

00:08:07: Und da kann schon mal sein, dass der Schwimmunterricht niemals bei in deinem Fall die Ermückterler anregt.

00:08:13: und dann kommt es zu der typischen Stressreaktion als wenn Stresshormone ausgeschüttet, Cortisol, Adrenalin und Ho.

00:08:20: Es kommt zur Durchblutung in den Muskeln weil ich möchte schnell wegrennen und das führt zu Anspannung, Fährspannungen kann schon einmal zu den Kopfschmerzen führen aber auch Es wird das Verdauungssystem runtergefahren, weil ich muss jetzt sicherlich nicht das Brötchen dann verdauen wenn ich gerade vor dem Säbelzahntiger weg renne.

00:08:38: Und das kann zu diesen Bauchkrämpfen und Co führen.

00:08:42: Dann ist der Darm dick da wo.

00:08:44: Co wird noch mal ganz anders angelegt, er wird eher angeregt.

00:08:47: Da kommt es dann manchmal zu diesen Angstdurchfällen um Co die auch manche Kinder haben.

00:08:51: Wichtig ist einfach jedes Kind jeder Erwachsene ja auch reagiert ganz ganz anders.

00:08:56: Aber es sind eben reale Themen.

00:08:58: Es sind realen Bauchschmerzen, realen Baukämpfe.

00:09:01: Ich glaube das ist so wichtig zu verstehen weil... ...das sind so schwerfällt und so verbildlichen wie.

00:09:06: da ist nichts.

00:09:07: aber dann doch was?

00:09:09: Und was dazu kommt bei Kindern?

00:09:11: Den fällt das einfach sehr, sehr schwerer Themen zu verbalisieren.

00:09:14: Vor allem die jüngeren Kinder, also ich habe jetzt noch nie jemanden in der ersten Klasse gehört wenn er Bauchschmerzen hat dass er sagt ja Mama hör mal zu Ich bin irgendwie auf einer Skala von eins bis zehn so sieben Komma fünf gestresst und ich hab so leicht Angst vor der Prüfung weil das ist mir auch nicht so gut gelungen Das können Sie so noch nicht sagen da fällt es irgendwie einfach zusammen wo ich habe einfach Bauch schmerzen.

00:09:35: Also da kommt ganz viel zusammen.

00:09:37: Es gibt immer mehr Forschung Da hier ein Achse wie die verbunden ist, was da Stress alles auslöst.

00:09:44: Auch das ist bei Kindern mittlerweile in sehr vielen Studien gezeigt und da ist ja auch die Forschung noch gar nicht am Ende.

00:09:49: Das finde ich ein super spannendes Welt aber das versuchen wir immer wieder zu vermitteln.

00:09:56: Einmal ist es in der Praxis aber auch über Prevenio den Schulen zu sagen, dass ist real und was können wir jetzt machen?

00:10:04: Und da wollen wir heute so ein bisschen darüber sprechen weil es gibt ganz viele konkrete Tipps, wie ich damit umgehen kann und wie ich da mit auch nicht umgehen sollte.

00:10:12: Und da kann eigentlich einen älteren Teil schon sehr viel machen wenn nicht das Frühmerke was da los ist.

00:10:20: Aber es wird schon richtig dass du heute bei uns bist und kein Gastroenterologe mit dem wir die Bauchanatomie durchgehen und diese ... also diese ketzelische Frage soll bedeuten... wie du es schon genannt hast.

00:10:36: Es ist so ein Mitterding, so einen Graubereich.

00:10:40: Es sind jetzt keine Magendamenfektionen wo in der Magenschleimhaut oder in der Darmschleimenhaut die Viren sitzen und da die Symptome machen.

00:10:50: Das ist aber auch nicht... Ich wache morgens auf und denke mir ich will nicht in die Schule gehen, ich sage jetzt doch, ich habe Bauchspots ohne dass ich welche hab.

00:10:59: Richtig?

00:10:59: Genau!

00:11:00: Es ist einfach dies dazwischen.

00:11:01: wir können auch bei dem Kind ja auch nicht in der Situation genau direkt in den Körper reingucken.

00:11:06: Was ist es denn jetzt?

00:11:07: Ist das jetzt verbalisieren, sind die Stressbomben, was ist es dann genau?

00:11:11: Das ist einfach bei jedem Kind sehr unterschiedlich.

00:11:14: Wichtig ist einfach, in der Situation das ernst zu nehmen und in der situation würde ich auch immer empfehlen da eher zuzuhören wahrzunehmen anzuerkennen statt dumm und weg zu diskutieren.

00:11:28: also so dieses typische Entweder ich gehe da jetzt voll rein, warum hast du das denn?

00:11:34: War das die Riese, die nicht nett zu dir war so so bis tief?

00:11:36: fragen würde ich auch eher sein lassen.

00:11:39: Man könnte zum Beispiel mal einen Tagebuch führen.

00:11:41: mit auch Grundschulkindern kann man das schon ganz schön, dass man mal ein bisschen besser versteht als Elternteil.

00:11:47: Wann treten die dann auf?

00:11:51: Wann habe ich die?

00:11:52: Wir haben manchmal Eltern, die schon sehr früh kommen was sich ja auf der einen Seite Blutfinder aber die kommen dann okay.

00:11:59: mein Kind hat Seit zwei Wochen diese Bauchschmerzen, und die sind gerade umgezogen.

00:12:03: Es gab einen riesigen Schulbexel, es gab auch noch eine Wohnortbexe.

00:12:07: Dann würde ich sagen dann ist das irgendwie ne normale Reaktion auf einer veränderten Lebenssituation.

00:12:12: also immer auch in der Generation uns anschauen gibt es das schon seit mehreren Monaten bis da ein hoher Leidensdruck auch vom Kind.

00:12:21: Also nicht nur bei den Eltern, wir haben auch immer wieder Familien, die kommen.

00:12:24: Sie sagen das zerspringt mir jeden Morgen und der Morgen ist so stressig.

00:12:28: Das ist auch ein Leidensthema, muss man auch ernst nehmen.

00:12:31: aber es natürlich noch mal ein anderes Thema.

00:12:33: Und schränkt sich das Kind extrem ein.

00:12:35: Geht das nicht mehr zu Kindergeburtstagen eigentlich?

00:12:37: Zu Aktivitäten, Hobbys... also da sind immer drei Kriterien, die ich mir anschauen würde auf als Elternteil um zu entscheiden.

00:12:44: muss ich mir dann mal professionelle Hilfe holen oder kann ich das auch selber lösen?

00:12:50: Sagst du hier drei Kriterien noch mal, explizit?

00:12:53: Genau.

00:12:54: Dauer, Leidensdruck und dann ist das in verschiedenen Lebensrealitäten eine Belastung.

00:13:02: Also das ist schonmal für Eltern die sich da wieder erkennen oder ihr Kind wiedererkennen sind, ist das schon einmal so ein Gerüst wo man sagen kann okay daran kann ich mich so ein bisschen orientieren.

00:13:17: Wenn ich jetzt merke, das ist erst Zeit vorgestern.

00:13:20: Dann sollte man vielleicht ein bisschen gelassener reagieren oder wenn es so eine Gewohnheit ist ohne dass es irgendjemanden offensichtlich beschäftigt.

00:13:33: Also mein Bauchschmerz, das Kinderbauchschmärznamen kann ich mit vier Kindern sagen, ist ja ein Dauerthema.

00:13:42: Ich weiß nicht ob's Tage gibt wo nicht eins von vier Kindern Bauchschmerzen.

00:13:49: Okay, aber das ist glaube ich ein ganz wichtiger schon was wir an die Hand geben können für die Eltern.

00:13:56: Die

00:13:57: Terefolterinnen immer genauso abfragen und schauen gibt es diese Kriterien?

00:14:02: Ich glaube insgesamt wird jetzt gesagt wie von deinen Kindern das noch einen Tag hoch eins irgendwie Bauch schmerzen hat... Es ist ja immer über zehn

00:14:11: Jahre lang.

00:14:12: Aber bei den psychischen Themen Sicherlich auch bei dem medizinischen Themen ist ja immer die Herausforderung, deswegen auch in so einem Podcast vielleicht der Herausforderung in den Sechzig Muten das zusammenzumassen.

00:14:22: Was sind jetzt konkrete Tipps, die man mitgeben kann ohne sonst was für Versprechungen zu machen?

00:14:26: Weil auf sozialen Medien gibt es ja ganz viele tolle Tipps und Einwärtslösungen.

00:14:31: Die gibt's eben für diese Themen nicht weil jedes Kind ist anders.

00:14:34: Ganz konkretes Beispiel sollte ich diesem Verhalten Aufmerksamkeit schenken.

00:14:38: Das ist eine ganz häufige Frage Und dann muss ich mir aber erst mal angucken, was ist denn die Lebenssituation des Kindes?

00:14:45: Also wenn das Kind jetzt in einer Familie ist sowieso chronisch nach Aufmerksamkeit steihen und das Bedürfnis nach Bindung, was ja alle Menschen von uns haben.

00:14:55: Ist frustriert bei diesem Kind weil die Eltern... Ich möchte gar nicht in die Klischee-Trickkiste greifen, aber sagen wir mal sie sitzen wirklich nur am Handy.

00:15:04: eigentlich wird das Kind noch von A nach B geschoben und es bekommt einfach den ganzen Tag keine Aufmerksamkeit und hat sowieso ein frustriertes Bindungsgefühl, dann würde ich diesen Eltern nicht empfehlen.

00:15:14: Ach!

00:15:14: Und wenn das Kind Bauchschmerzen habt?

00:15:16: Dann ignorier das noch mal

00:15:17: mehr.".

00:15:18: Das ist natürlich der falsche Tipp.

00:15:19: auf der anderen Seite, wenn es ein gutes Bindungskifügel ist.

00:15:24: Da kann man schon den Tipp geben, probiert mal aus da vielleicht nichts in die Situation zu viel Aufmerksamkeit reinzugeben.

00:15:31: aber immer auch ein Ausprobieren an Tipps.

00:15:34: was dem einen Kind hilft, hilft dem andere nicht.

00:15:36: Aber da können wir sicherlich mal Tipps durchgehen.

00:15:39: was ich empfehlen würde, wäre in der Situation bis etwas ganz anderes als die Nachbesprechung.

00:15:45: Ich glaube das müssen wir so ein bisschen unterscheiden.

00:15:49: In der Situation würde ich nicht wo es umdiskutieren und dann nicht verhandeln.

00:15:53: Das Ziel ist klar!

00:15:54: Wir können das in kleinere Schritte schneiden.

00:15:56: Was eigentlich immer eine ganz schöne Strategie.

00:15:58: also zu sagen hey ne?

00:15:59: Wir gehen jetzt nicht direkt in die Schule sondern wir ziehen uns erst mal an, wir gesetzen uns erstmal aufs Fahrrad, wir gehen erst nach zur Schule.

00:16:05: Es ist immer besser eine Stunde zu gehen als keine.

00:16:07: Also wenn wirklich Kinder da extreme Probleme mit haben, ist es immer besser wenigstens in der Schule einmal gewesen zu sein und wenn's nicht geht, geht man halt wieder zurück.

00:16:16: Das sind so Themen die ich machen kann aber auch in der Situation mal einmal zehn Minuten in einer Routine inkludieren dass man miteinander präsent ist also kuscheln, zehn Minuten Lego spielen, zehn minuten platzend tanischen Sport machen was auch immer jedes Kind ist da anders.

00:16:36: Aber oft hilft auch, wenn irgendwie dieses Bindungsgefühl zehn Minuten mal komplett aufgetankt wird.

00:16:40: und präsent sein heißt nicht.

00:16:41: Ich mach parallel jetzt mich mit der Hose an und guckt irgendwie die Zähne und versuche mal hier im Snackballen zu drücken.

00:16:47: Das hilft auch manchmal schon.

00:16:48: Manchmal hilft auch was ist, den Hut steilen wir nach Hause in die Schule zu nehmen.

00:16:53: also das gibt ganz viele unterschiedliche Sachen, die ich da in der Situation noch anfangen.

00:16:59: Ja das finde ich schon mal eine coole Herangehensweise dieses Aufteilen dass man nicht das Gefühl hat man muss jetzt ja einmal so ein Riesen Rohr übers Knie brechen, sondern man kann Stück für Stück die Schuhe anziehen und die Tasche zu Ende packen.

00:17:15: Man kann ja zur Schule fahren und kann trotzdem vor der Schule noch mal eine Entscheidung treffen.

00:17:19: also das finde ich cool.

00:17:23: Das ist aber natürlich sowas was wo ich mir vorstellen kann dass es gerade so beim ersten zweiten dritten Mal wo sowas auftritt so eine herangehensweise und je häufiger das ist desto schwieriger könnte das vielleicht werden, dass man das so aufteilt.

00:17:39: Gerade wenn dann vielleicht erst bei Schritt vier von fünf oder wenn man vor der Schule steht, dann abgebrochen wird und immer wieder das so kommt?

00:17:47: Ich finde es ja gerade das Schwierigste beim Thema wie kriegt man das hin?

00:17:53: Da gibt's jetzt sicherlich keine Universalantwort aber wie kann man das gut für sich entscheiden?

00:18:00: Du hast gerade von Aufmerksamkeit spenden, wie viel Aufmerksterkeit spendet man der Situation?

00:18:05: Wie viel schiebt man wieder bei Seite und sagt ne es wird schon.

00:18:10: Weil ich glaube das was bestimmt viele beschäftigt ist die Sorge dass wenn man da jetzt sehr einfühlsam ist und das immer wieder so durch exerziert Das vielleicht das dadurch schlimmer werden kann also dadurch dass man es immer wieder sehr thematisiert dem Kind die Möglichkeit gibt.

00:18:29: Ich will jetzt nicht sagen, dass das Kind dann das ausnutzt ja weil es keine Lust hat zur Schule zu gehen aber ich will jetzt nichts ausschließen, dass es das nicht vielleicht auch gibt.

00:18:40: also ich muss schon sagen... ...ich war jetzt nicht der riesigste Schulfan früher und ich habe mich schon immer ziemlich gefreut wenn's einen Grund gab nicht in die Schule zugehen.

00:18:52: Also klar wenn man jetzt irgendwie sehr ätzend krank war, dann war das blöd.

00:18:57: Aber wenn... Also keine Ahnung!

00:19:00: Wenn er mal mit dem Fiebertemmoneter stand und es einem sonst ganz gut ging, habe ich schon immer gedacht ja ist doch ganz cool.

00:19:07: so ein Tag zu Hause oder wenn im Winter die Straßen vereist waren hatte ich das einmal dass dann die Schule quasi abgesagt wurde wegen Glatteis.

00:19:17: Das ist dann sowieso wie so ein nationaler Feiertag für einen Schulkind Und ich hab irgendwie die Sorge dass man da zumindest so eine Tendenz bei manchen Kindern vielleicht erzeugt, dann zu sagen ja wenn man sehr einfühlsam ist und denen alle Möglichkeiten in die Hand gibt.

00:19:34: Dass die dann einfach sagen so Ja nee, mach mal heute nicht.

00:19:39: Heute bitte nicht.

00:19:40: Wie kann man das irgendwie vermeiden?

00:19:43: Dass man sich in so ne Situation rein manipuliert.

00:19:47: Also erstmal würde es gar nichts zulassen, dass sie sagen wir heute nicht.

00:19:50: also ich würd wenn ich diese Antwort nicht mehr erlauben möchte oder nicht annehmen kann, da würde ich diese Frage gar nicht stellen.

00:19:58: Ich glaube das ist ein insgesamt Thema wo man mal darauf achten kann.

00:20:00: wir stellen ganz viele rhetorische Fragen in unserem Alltag so hey soll mal die Zähne putzen kommen?

00:20:06: sollen wir zur Schule gehen?

00:20:07: und es sind keine Fragen es ist kein Nein erlaubt.

00:20:09: also mal zu überlegen stelle ich eine freundliche Aussage oder einer frage aber zudem was du ansprichst niemals.

00:20:17: ich glaub dass ist genau die schwierige Balance zwischen der viele Eltern stecken und die auch schwierig ist, muss man auch erstmal anerkennen.

00:20:27: Auch da gibt es nicht die einfache Lösung.

00:20:29: Da muss man erst mal immer gucken... Also was wir dann immer machen, ist erstmal aufzuschauen, auf welchem Spektrum sind die Eltern?

00:20:35: Sind die eher so, wir nehmen das nicht ernst, ne?

00:20:38: Dann muss ich hier mehr Aufmerksamkeit und das ist nicht eingebildet, da argumentieren oder sind wir auf dem Spektrum wie du's jetzt sagst?

00:20:46: Okay, wie viel darf ich denn schonen und vermeiden?

00:20:50: Und da gehen wir so ein bisschen auf diesen Angstkreislauf.

00:20:53: Den wir auch immer uns einmal verbildlichen müssen weil es ist ein reales Thema was du jetzt ansprichst.

00:21:00: also kommt jetzt die Prüfungssituation und die Prüfungsangst.

00:21:04: das macht mir jetzt angst!

00:21:06: Und dann löst das angst aus körperlichste Reaktion, schwitzige Hände sonstwas... ...und dann sagt die Mama irgendwann nach Niemand klopft jetzt zehn Minuten und sagt und kämpft.

00:21:16: Nein, nein, nein!

00:21:17: Aber ich brauche das doch nicht.

00:21:18: Ich bin noch eigentlich auch schlau genug so.

00:21:19: Und dann sagt sich man ja okay muss es nicht gehen.

00:21:23: Was löst das denn aus?

00:21:24: Ist da eine Belohnung für dich?

00:21:26: Du hast zu Recht gewonnen und gekämpft.

00:21:30: also eine positive Verstärkung würde man den Operanten von Nationierung sagen Und damit verstärkt sich die Angst beim nächsten Mal.

00:21:38: Also durch die Vermeidung verstärken wir die Angst und hängen in diesem Teufelskreis fest, also bei der nächsten Prüfung wird es dann nochmal schwerer oder bei der nähsten Prüfungen ist noch mal schwerer usw.

00:21:49: So zieht sich so ein bisschen durch und geht so'n bisschen der Angstkreisel auf.

00:21:54: Was müssen wir jetzt uns anschauen?

00:21:58: Wir müssen eigentlich nicht die Frage stellen... Die Frage ganz ganz viel stellt sich wie kann ich meinem Kind die Angst nehmen?

00:22:04: Das ist eigentlich die falsche Frage, sondern die Frage, die wir uns eingestellen sollten.

00:22:07: Es ja wie kann ich mein Kind unterstützen?

00:22:11: Dass es diese Angst begegnen kann und diese auch überwinden können oder am Ende die Erfahrung macht wo?

00:22:18: ich habe das selber geschafft Und ich glaube da müssen wir viel viel früher anfangen.

00:22:23: in all den kleinen alltäglichen Situationen.

00:22:25: und gerade nicht brauchst du mir nur sagst wir als kleine Kinder wenn man die beobachtet Seid jetzt mal so ein Deckel auf die Tupperlose wieder draufpacken wollen.

00:22:35: Ist das ja sehr schwer für uns auszuhalten, ne?

00:22:37: Weil die sitzen da so zehn Minuten und man denkt sie einfach so... Und die sind frustriert und die meckern!

00:22:43: Und man denkt sich einfach so komm ich möchte dir einfach helfen,

00:22:45: ne?!

00:22:46: Da juckt einer also in den Fingern und dass auszushalten ist ja schon im Moment wo du dann eine Situation geschaffen hast wo das Kind gemerkt hat ach ich schaff das Ich kann das überwinden.

00:22:58: und genau in diesen Moment finde doch lernst Stadt.

00:23:00: Man muss auch so alte Modelle kommen, Vorzone, Lernzone... Also lernen ist immer Frustration.

00:23:06: und das können wir in den Situationen wenn wir mal dem Kind sagen bestellen mal dein Rötchen selber beim Bäcker.

00:23:12: wie oft beobachte ich dass auch Grundschulkinder die Mutter für die Kinder das Erdbeereis bestellt?

00:23:18: Ich bin denke, es ist eine kleine Mutaufgabe.

00:23:21: also eigentlich würde ich mal Mut mir anschauen wie so Mutmuskel und dann müssen wir trainieren.

00:23:27: Mir kommt es gar nicht erst in diesen Kreislauf.

00:23:31: Und da ist, wie bei allem eigentlich, die Pervention immer besser.

00:23:33: und dass ich das auch anfange an mitdenke diese kleinen alltäglichen Aufgaben, diese kleinen alltägliche Mutaufgaben, dass Ich das Gefühl habe, ich schaffe das!

00:23:45: Und das dann irgendwann transferieren kann auf die Prüfungsangst, auf die Schwimmangst oder sonst was.

00:23:49: aber ich hab ganz viel Erfahrung gemacht dazu.

00:23:54: Ist das so eine schwierige Balance, wenn ich einmal in diesem Teufelskreis drin bin?

00:23:59: Dann muss ich irgendwie gucken wie komme ich da wieder raus.

00:24:02: Ohne dass ich erpresse Druck ausübe und du musst aber jetzt zur Schule sonst kriegst du nachher kein Mittagessen mehr!

00:24:08: Und genau da hilft es dann in kleine Schritte zu schneiden weil in der Situation ist ein kleiner Schritt schon mutig um einen Kind was echt Angst hat in die Schule zu gehen.

00:24:20: Da ist das schon extrem mutig, wenn das nur eine Stunde dahin geht.

00:24:24: Und da ist wieder die Zusammenspiel zwischen Eltern und Lehrkräften auch sehr wichtig!

00:24:29: Und da will ich es immer... dann gibt's so Rückschrittpläne, Rückfallplänen, dass sie wieder in die Schule gehen.

00:24:37: Also es ist immer ein Abwägen und da kann ich gar nicht sagen macht das nie, macht das immer sondern Als Eltern irgendwie muss man so ein bisschen auf seine Intuition hören.

00:24:45: Ich glaube, älterliche Intuition ist schon einfach ein sehr wichtiger Faktor.

00:24:51: und abwägen was hat mein Kind denn für einen Temperament?

00:24:55: oder möchte es das schnell ausnutzen?

00:24:57: Oder kann ich das machen?

00:24:59: Darf ich ja nochmal kurz zu was Namen fassen.

00:25:01: also ich habe das Gefühl dass schon man sagen kann der Weg sollte schon deutlich mehr dahin gehen, dass man so gut geht.

00:25:09: Versuch das Kind dazu zu bringen, in die Schule zu gehen und durchzuziehen über verschiedene Wege.

00:25:15: Du hast gerade diesen Mutmuskel genannt, finde ich richtig cool.

00:25:17: das Beispiel da hatte ich gleich auch noch eine Frage zu als nachzugeben also der Widerstand nachzugehen muss für die Eltern viel größer sein Als der Widersstand des gutes geht zu versuchen irgendwie hinzubekommen.

00:25:33: wie gesagt beides nicht mit der Brechstange Aber ich glaube, dass das jetzt nicht so eine Fünfzig-Fünftig.

00:25:40: Wir gucken mal heute wie es ist, sondern es sollte schon so gut es geht in die Richtung gehen, dass man da alles versucht.

00:25:46: und dann schließt sich meine Frage noch an Wie ist es denn mit Belohnen für das Überwinden von Angst?

00:25:53: Das würde mich noch interessieren weil Es gibt viele Dinge wo wir jetzt in der Erziehung oder in der Kindermedizin sagen Belohnend ist hier vielleicht nicht so gut.

00:26:02: also zum Beispiel Thema So Alltagsaufgaben zu Hause.

00:26:07: Also zum Beispiel räumen mal dein Zimmer auf, dann gehen wir danach zu McDonalds oder so wo dann gelernt wird.

00:26:16: A die Dinge mache ich jetzt nur wenn ich dafür eine Belohnung kriege und B die Dinge mit denen belohnt wird.

00:26:23: dadurch dass sie als Belohnungen eingesetzt werden lernt man ja das die zwar nicht gut vereint sind aber was ganz besonderes und deswegen will man es erst recht später haben.

00:26:33: Oder zum Beispiel beim Essen, wenn man sagt ja wenn du dein Gemüse aufgegessen hast dann kriegst du nachtisch oder so.

00:26:38: Das ist ja auch schwierig.

00:26:40: aber wie es bei Schulangst kann man da vielleicht doch mit Belohnung arbeiten dass man sagt ich hole dich danach ab und dann machen wir was Schönes.

00:26:48: zb also sowieso belohnen mit Aktivitäten ist immer besser als mit irgendwelchen materiellen oder mit irgendwemchen ungesunden Lebensmitteln.

00:26:54: aber das man dann gerade in diese Richtung versucht zu arbeiten Die Zeit, die unangenehm war ausgleich mit schöner Zeit zum Beispiel.

00:27:04: Ist das eine Harangehensweise?

00:27:06: Also auch das ist wieder so leider so individuell.

00:27:10: Ich meine du hast schon gesagt, die schlechteren Belohnungen würde ich jetzt genauso sagen lieber mit Aktivitäten und all dem.

00:27:17: also Belohnung, die wir gut finden.

00:27:22: aber man muss immer entscheiden und überlegen wie Wie schlimm ist gerade das Problem und muss ich zu dieser Belohnung greifen?

00:27:32: Also, ich muss mir einmal vorher ganz explizit überlegen was kann das auch für Konsequenzen haben.

00:27:38: Und die kennen wir alle dass das Kind dann jeden Tag nach der Schule kann nicht natürlich mit dem Kind keine Tolleraktivität machen.

00:27:44: Das kann sein, dass Kinder dann jeden tag auf einmal nicht gehen nur zur Schule wenn du morgen wieder mit mir zum Movie Park fährst oder sonst was was sich ja gar nicht erfüllen kann.

00:27:53: also da müssen wir so ein bisschen abwägen wie schlimm ist die Situation?

00:27:57: Ich würde vorher vieles andere probieren.

00:28:00: Und dann haben wir manchmal aber auch die Fälle, wo wir zur Belohnung greifen müssen weil viele Strategien vorher einfach nicht gefruchtet haben.

00:28:08: und da würde ich irgendwann sagen okay wir müssen aber jetzt aus dieser Schulvermeidung aus diesem Teubelskreis wieder rauskommen und wir wissen dass wir uns vielleicht einen nehmenden Wirkung damit holen das wir aus dem nächsten Kreis wieder heraus kommen müssen.

00:28:18: Aber der ist nicht so schlimm wie der erste!

00:28:23: überlegen wir schon so ein bisschen, lasst uns kleine Belohnungen, die wir vielleicht auch öffnen können.

00:28:29: Und dann müssen wir danach schauen wie wir aus diesem Kreis wieder rauskommen.

00:28:33: aber das muss einmal eine bewusste Entscheidung sein.

00:28:35: bei Schulvermeidung ist es aber manchmal ... Die Kids müssen zur Schule gehen und es ist ja tatsächlich irgendwann so wenn die Kinder x Wochen nicht zu Schule gehen Dann wird die Polizei gerufen und dann werden Schritte eingeleitet weil es gibt ne Schulpflicht in Deutschland ist dann schon, bevor das so ausartet und das Kind in die Klinik kommt.

00:28:54: Und Co kann man schon über Belohnungen nachdenken, die man eben bewusst einsetzen muss.

00:29:01: Deswegen ist es so schwierig jetzt zu sagen ja oder nein?

00:29:04: Ich würde das aber im leichten Fall von.

00:29:06: ich habe ein bisschen Prüfungsangst und Co nicht direkt als erste Alternative anwenden.

00:29:12: Ich finde aber wenn's jetzt zum Beispiel um die Führerscheinprüfung geht und dass Kinder ... Man hat da einfach Angst vor!

00:29:19: Wenn ich das vollkomme, wenn man danach ist, älteren sagt, dann machen wir was Schönes.

00:29:23: Ich glaube auch nicht, dass da immer was sonst daraus entsteht.

00:29:26: Man muss ja nur bei dieser Alltägliche ... Wie du schon gesagt hast, diese alltäglichen Hausarbeiten sind jeden Tag dieses zur Schule gehen schwierig?

00:29:34: Die großen Prüfungen die Abi-Prüfung bitte macht was schönes zusammen!

00:29:39: Ja, ganz spannender Punkt und ganz, finde ich schwieriger Punkt auch.

00:29:44: Weil was du jetzt am Schluss gesagt hast das ist für die Familie bei uns ist das enorm präsent dieses dass die Belohnungen eigentlich dann möglicherweise nach hinten losgehen.

00:29:58: Bei uns gibt es auch keine.

00:29:59: Wir feiern nicht das Zeugnis weil das ist ja eigentlich vielleicht nicht etwas Alltägliches aber was Alljährliches oder Halbjährliches Und diese Belohnung impliziert ja auch oder macht ihr auch den Druck dazu, dass wenn das anders ausfällt und Zeugnis dann kriegt sie keine Belohnungen.

00:30:20: Da hast du halt versagt!

00:30:22: Das ist ja auch nicht das was man dem Kind jetzt da aufs Auge drücken will.

00:30:26: aber ich finde den Übergang auch ganz schwierig der Du jetzt beschrieben hast, weil mein Kind jetzt Bauchschmerzen hat.

00:30:35: Montagmorgen Wenn ich in die Schule ... Ich sag, okay.

00:30:39: Pass auf!

00:30:40: Heute gehst du in die Schulen und dafür heute Nachmittag gehen wir ins Freibad.

00:30:45: Wir zwei haben uns schon lange vorgenommen.

00:30:49: Wenn ich dann meinem Kind irgendwie unterstelle oder möglicherweise diese Situation sich ergibt, dass das Kind sich denkt, ah, mein Papa ist ins Freibaat?

00:30:59: Das habe ich jetzt letztens mal vor eineinhalb Jahren mal erlebt.

00:31:03: Wie cool ist das denn?

00:31:06: dann wird es ja fast wieder eine Unterstellung, das ist doch etwas nicht ganz so Organisches.

00:31:14: Da rückt es ein bisschen aus dieser Grauzone raus und geht halt doch eher in Richtung Man könnte fast schon sagen in Richtung manipulative.

00:31:26: befinden wir uns da auf der falschen Pferde oder gehört das irgendwie möglicherweise auch dazu?

00:31:32: Also ich glaube Ich glaube nicht, dass das direkt aus diesem manipulativen... Ach guck mal!

00:31:38: Das ist ja doch da nichts.

00:31:39: Weil es ist so ein bisschen jeder braucht manchmal den Schubsser um mutig zu sein.

00:31:46: Komm, was machst du jetzt?

00:31:47: Und vielleicht ist das der kleine Schubser und er hat somit sich gerengt und dann ist das das... Ach ja dafür mache ich das.

00:31:54: Und ich glaube, das muss nicht direkt in dieses Manipulative gehen und direkt ins... Ach, guck Mal!

00:31:59: Der hat sich ja angestellt weil deswegen dann ist er doch mit mir gegangen Und wir haben auch ganz, ganz viele Fälle wo das nach hinten losgeht und ich finde es auch sehr, sehr schwierig da was zu empfehlen.

00:32:14: Und auf die Forschung ist sich daher auch uneinlich.

00:32:16: also wir haben immer noch wenn ich mir jetzt Leitfäden für ADHS anschaue und Probe werden ja ganz oft noch diese Token-Systeme und all das empfohlen.

00:32:25: in Schulen wird das noch gemacht mit Token Systemen und hier sammelt die Punkte dann bekommst du am Ende der Woche das

00:32:32: Kannst du das kurz erklären, was das für ein System ist?

00:32:34: Genau.

00:32:35: Die Token-Systeme sind ganz einfach nicht.

00:32:37: Ich kann Punkte sammeln und ich bekomme aber auch die dann mal Punkte abgezogen für verschiedenste Aufgaben.

00:32:42: Und wenn ich die am Ende der Woche X-Punkte erreicht habe, dann bekomme ich irgendeinen Preis.

00:32:47: Das Attraktiv an diesen Tokensystem ist, dass sie tatsächlich funktionieren sogar wirklich bei Kindern wo man viel, viel probiert hat und auf einmal machen die zum ersten Mal fünfzehn Minuten Hausaufgaben Und die sind auf einmal ruhig.

00:33:00: Also es ist wirklich, manche Kinder sind da extrem... Ja, blöd!

00:33:05: Da ist das extremer Volk, dieses Method.

00:33:06: Deswegen geht sie auch immer noch in Belehrt, auch sehr viel an Schulen.

00:33:12: Da muss man sich vorstellen eine Lehrkraft, dreizig Kinder und die sagt okay, die Methode funktioniert.

00:33:17: Dann macht ihr das.

00:33:17: Jetzt macht ihr so ein Ampelsystem und dann werden die Kinder da eingeordnet aber man erkauft sich halt damit.

00:33:24: das nächste Problem weil dann hänge ich auf einmal in diesem Token System drin Und dann ist genau das passiert, was passiert.

00:33:31: Jedes Mal nach dem Haus abkommen möchte ich aber erst einen Punkt.

00:33:33: oder habe ich jetzt einen Punkt gekommen?

00:33:34: Wer manchmal Kinder wo das in der Schule gemacht wird die nur sagen wenn ich dann frage war der Tag heute gut oder schlecht?

00:33:42: Ich hab heute keinen Punkt bekommen und es ist dann auf einmal ganz ganz schlecht.

00:33:47: Oder ich habe heute einen Punkt bekommen Aber meine beste Freunde nicht und mir da dann auch einmal ausgiebig von erzählen und da sieht man so ein bisschen Was dass auch Auslösen kann.

00:33:56: Die schlimmste Form davon ist, wenn das wirklich mit so einem Ampelsystem ist und die Kinder auch auf Rot gestellt werden.

00:34:04: Da hört bei mir dann auch die Unstimmigkeit der Haltung auf.

00:34:08: Das finde ich einfach ... Das sollte nicht mehr gemacht werden an Schulen oder zu Hause nicht.

00:34:13: Die Kinder sollten nicht bloßgestellt werden.

00:34:15: Wenn sie beinrufen irgendwas Nicht-Machen-Hausabgaben nicht haben, dann werden Sie ja auf Rot bestellt.

00:34:21: Da

00:34:21: gehört

00:34:22: jegliches ... Genau.

00:34:25: Also, wenn sie stören kann man das mit dem Kind besprechen aber nicht vor der klasse Bootstelle oder auf Rot stellen.

00:34:30: Ich mache mal mit einer gewissen Schule sprechen.

00:34:33: Ja also es ist auch überhohnt und da sagt die neuen Forschungsergebnisse in Studien sagen alle dass das nicht mehr... Das ist was man an der Schule machen sollte?

00:34:43: Es ist auch sehr einschüchternd!

00:34:45: Also meine Tochter, nicht weil sie auf rot kommt diese so eine ganz pflichtbewusster und alles.

00:34:54: Aber die erzählt dann immer ganz betroffen, wenn der oder die da auf Hut gegangen

00:35:01: ist.

00:35:02: Genau das macht ihr auch wirklich betroffen für andere Kinder?

00:35:05: Das möchte ich doch nicht vermitteln.

00:35:07: also das praktiklich da dass es aber mal nur noch um diese Ampel geht.

00:35:11: und das heißt nicht, wenn Kinder stören muss sich das als Lehrkraft nicht tolerieren, aber ich kann das doch nach besprechen.

00:35:20: Und das ist auch kein Bashing gegen jetzt die lehrkräfte Wahl.

00:35:23: Man muss ja auch sagen, sie sind auch für ihre Systems.

00:35:25: Die stehen da mit keinerlei psychologischer Aus- und Weiterbildung vor dreißig Kindern, die alle ihr Rucksäge mitbringen.

00:35:32: Die wissen gar nicht mehr sich an was zu helfen.

00:35:34: also es ist auch eine kleine Systemfehler.

00:35:39: Ja klingt auch für mich nach einem Problem dass wieder Schulangst auslösen kann wenn man dann so bloßgestellt wird.

00:35:46: Also ich weiß noch mein Französisch-Lehrer damals die Klausuren zurückgegeben hat, von schlechtester Note zu bester Note in einer Reihenfolge und dann sogar noch vorgelesen hat welchen Fehlerquotient man hat.

00:36:02: Und da habe ich einmal meine Klausur als erster zurückbekommen also als schlechtester und danach war französisch gewählt.

00:36:10: Also es hat mir sofort die Motivation geraubt noch irgendwas in dieses Fach zu investieren weil diese Bloßstellung Ähm daneben und verletzend fand, dass ich gesagt habe in dieses Fach.

00:36:22: Ich hab das natürlich auf das Fach dann übertragen aber das war auch an diesen Lehrer gebunden möchte ich nicht zu investieren mehr.

00:36:29: Das hat mir da wirklich den Spaß geraubt und so kann ich mir das auch vorstellen dass das Schülern auch den Spaß raubt.

00:36:35: Ich glaube bei Belohnungen muss man aber auch noch mal sagen Ich habe immer so meine Schwierigkeiten, Belohnungssysteme ganz zu verteufeln.

00:36:43: Wir alle arbeiten nach Belohnungssystemen und am Ende des Motards gibt es Gehalt.

00:36:47: wenn's das nicht gäbe dann wäre auch irgendwie die Motivation zur Arbeit nicht da zumindest bei vielen nicht.

00:36:56: Ich finde manchmal hat das ein bisschen was zu tun, wie kleinschrittig belohne ich.

00:37:00: Mach ich jetzt gerade mit diesen Tokens für jede einzelne Hausaufgabe dann in Smiley oder so.

00:37:05: Das ist nochmal etwas anderes als wenn man sagt am Ende der Woche macht mal was Schönes oder wenn man versucht ein bisschen großflächiger irgendwie Belohnungen zu machen.

00:37:14: und natürlich ganz wichtig dass man nicht belohnt, dass jemand in der Schule war sondern dass man belohnt und es auch so verbalisiert und kommuniziert die Überwindung der Angst belohnte wird.

00:37:25: Und dann, wenn die Überwindung gelungen ist und man die Angst nicht mehr hat, gibt es auch kein Grund mehr zu belohnen.

00:37:32: Also das muss man dann auch vorher gut besprechen finde ich.

00:37:36: Dann finde ich aber für das Überwinden der Angst ist es glaube schon eine Möglichkeit, das zu argumentieren mit einem Kind was ja auch total schlau ist und versteht auf dieser Ebene wofür es denn jetzt belohnt worden ist?

00:37:51: Das kann man ja auch üben.

00:37:53: Ich war früher auch super schüchter und hab ungern, du hast eben das mit dem Eis gesagt.

00:37:56: Ich war genau dieses Kind, was gerne mal die Eltern hat reden lassen statt selber frech auf den Tresen zu hüpfen und zu sagen ich will das und dass

00:38:03: haben.".

00:38:05: Und ich weiß noch wenn man da mal ein bisschen zugedrängt wurde ist es sehr belohnt von der Erfahrung selbst.

00:38:12: aber man braucht manchmal diesen Schubz ne?

00:38:15: Und dann kann so eine Belohnung finde ich schon irgendwie gut funktionieren.

00:38:18: also... Wie du richtig gesagt hast, wenn der Lehrerin damit gute Erfahrungen gemacht hat und das richtige einsetzt und ohne Shaming von Kindern dann bin ich glaube ich der Meinung dass man das gut einsetzen kann je nachdem welche eigenen Erfahrungen man gemacht hat.

00:38:31: Das ist glaube ich zu individuell um da so eine allgemeine Wissenschaftsmeinung sozusagen jemand darf nicht belohnen oder so.

00:38:38: Genau ich glaube jedes Lob ist ja auch Belohnung also und da auch niemals bis eingestellt.

00:38:43: also genau das ist ja genau das was wir sagen mit eher den Prozess belohnen als das Ergebnis.

00:38:52: Das ist genau so, wie du es jetzt gerade beschrieben hast.

00:38:55: So würden wir das auch immer sagen.

00:38:57: aber das ist ja bei allem ob man jetzt ein Bild mal nicht den Ergebnis loben sondern den Prozest dahin und dann ist ja wie gesagt jedes Lob eine Belohnung.

00:39:07: und ich sage mich nicht mehr loben und nicht mehr belohne sondern einfach immer bewusster Belohnen, das wäre jetzt so was ich sagen würde und da einfach ein bisschen bewusst damit umgehen.

00:39:20: Bewusst sich zu überlegen was will ich loben und belohnen?

00:39:23: Und dann kann das etwas ganz ganz Tolles und Werkvolles sein, was unterstützt und förderlich ist.

00:39:30: Habe gerade schon ein ganz wichtiges Thema angeschnitten die Schulen.

00:39:36: Das Ampelsystem ist nicht so gut davongekommen Wie aber das Stichwort Schule ist ganz am Anfang schon mal gefallen.

00:39:46: Ich würde interessieren, wie sehr nehmen sich Schulen denn dieses Problems an?

00:39:56: Wie groß ist die Bereitschaft damit zu gehen darauf einzugehen vielleicht Freiräume sogar zu ermöglichen um Zuhause oder im familiären Umfeld diese Probleme auf Sicht zu meistern.

00:40:15: Ich würde jetzt mal verdächtigen, dass da nicht so viel los ist.

00:40:21: Also auch das wieder eine unglaublich schwierige Frage weil es ist super individuell und diesmal wirklich individuelle Personen bezogen.

00:40:30: Es gibt ganz ganz ganz tolle Lehrkräfte Einzelpersonen Schulleitungen die wirklich alles machen und tun und sich da wirklich aufopfern für die Kinder für die Jugendlichen, für die Kollegen und ganz tolle Schulen schaffen.

00:40:47: Aber man muss das einfach sagen, unser Bildungssystem ist krank.

00:40:51: also man muss es eigentlich wirklich mal von Bund auf sich anschauen.

00:40:55: was müssen wir verändern?

00:40:56: Das kommt nicht aus einem einfachen um einen anderen Zeitalter.

00:41:00: Wir haben eine extrem Fachkräftemange, das System ist überlastet.

00:41:04: wenn man sich all die Studien und Zahlen anguckt ist es erschreckend Und es wird weitergespart, genau in diesen Bereichen und da brauchen wir eben Ressourcen.

00:41:14: Weil was machen wir in so einem gesparten System?

00:41:17: Wir laden immer mehr Verantwortung auf das Individuum – jetzt macht doch auch nochmal das!

00:41:24: Das können die ja gar nicht mehr schaffen.

00:41:28: Und das muss man sich wirklich anschauen.

00:41:30: Zusätzlich gibt's den Trend in Deutschland privatschulen Wachsenextremen.

00:41:34: Es steht richtig wachsend Und auch das ist irgendwie ein Trend, den man im Blick haben muss.

00:41:39: Das heißt immer mehr Eltern sind unzufrieden mit dem Bildungssystem und zahlen dann doppelt dafür eine einmal über die Steuern von des Bildungsystems und dann nochmal.

00:41:48: Und das macht aber ja auch die Schere zwischen Arme und Reich und Hohe unter Gesellschaft immer weiter auseinander.

00:41:54: Also muss man sich das auf jeden Fall mal anschauen.

00:41:56: es gibt ganz, ganz tolle Leuchtturmschulen mittlerweile.

00:42:00: Die... und das muss man... machen eigentlich entgegen der Empfehlungen des Kultusministeriums Themen.

00:42:07: Die machen keine Benotung zum Beispiel in der Grundschule, die machen offene Unterrichts und haben wirklich tolle Konzepte.

00:42:14: Und manches gibt einen Schulleiter, der hat zwei Disziplinarverfahren gehabt – das ist so das schwünste Verfahren, was wir als Schulleite haben können – und vor einem Jahr werden die Schulen dann aber ausgezeichnet weil sie doch irgendwie die Schüler mit den besten Abschlüssen oder dem besten Wohlbefinden haben.

00:42:30: Es gibt so Einzelpersonen, die einfach machen.

00:42:32: So wie du gesagt hast.

00:42:33: Warten Sie sich da welcher auf den Weg?

00:42:34: Ja!

00:42:35: Aber muss das sein dass jemand so viel Mut hat in dem System und solch Verfahren auch sich nimmt nur um es wichtig zu machen?

00:42:42: aus meiner Meinung nicht?

00:42:44: Und deshalb

00:42:45: haben sie... Deswegen das Disziplinärverfahren weil er sich dem System widersetzt hat.

00:42:55: Ja, das ist die Allermannenschule.

00:42:56: Ich weiß nicht, da kennen relativ viele, die auf jeden Fall in diesem Bildungs-Sektor unterwegs sind und es machen sich immer mehr auf den Weg, ist eigentlich immer mehr...

00:43:10: Genau!

00:43:11: Auf dem Kindergesund hat's gefallen.

00:43:13: Genau der Fiktorbeispiel.

00:43:16: Super

00:43:16: cool!

00:43:17: Und der hat ja auch ein Buch geschrieben und referiert darüber.

00:43:21: Und er hat immer mehr Leute, die sich da anhängen und das Gleiche machen.

00:43:25: Und es gibt überall wirklich tolle Leuchtungsschulen.

00:43:28: Aber bildungspolitisch ist das noch nicht ganz angekommen.

00:43:33: Dafür kämpfen wir auf, haben uns zusammengetan mit vielen, dass man das Thema einfach präsenter macht.

00:43:40: Weil das ist also... Ja, das ist ein Unding!

00:43:45: Ja, das habe ich befürchtet.

00:43:48: Dass das die Antwort ist aber glaube es rückt ja auch.

00:43:54: Das Problem ist wahrscheinlich so alt wie Schulen selbst.

00:43:58: Aber hätte jetzt schon die Hoffnung dass es da weitere Entwicklungen gibt in die richtige Richtung.

00:44:08: Insofern ist es glaube ich total wichtig, dass wir heute darüber sprechen.

00:44:11: Ich hab auch den Podcast wirklich Richtig geil, wenn ich aber rot wieder so viel dazu gelernt mitgenommen.

00:44:23: Als normaler Kinderarzt kommt es ja gar nicht oder kaum damit in Berührung, die mal wirklich mit einem Thema so auseinanderzusetzen und über Fragen nachzudenken und jemanden zu haben, der die Fragen beantwortet und gemeinsam darüber zu sprechen.

00:44:40: Das ist extrem wichtig, dieses Thema einfach auch nach vorne zu stellen oder weiter nach vorne.

00:44:48: Weil das ist ja einer der Hauptproblempunkte,

00:44:52: dass

00:44:53: es zu wenig drüber gesprochen wird und nicht genug in den Köpfen drin ist.

00:44:59: Ja also ich glaube würde das Thema mal so ein... Ich habe letztes Mal irgendwann einen Gagstein-Kanzler gefüllt für Stahlindustrie dann Gagst du eigentlich?

00:45:06: Dafür dazu werden wir schon mal einen Schritt weiter.

00:45:10: Und immer wenn ich denke, ach guck mal jetzt ist das so publik und alle reden darüber und super, da kommt wieder irgendwie ein Spruch von wo ich denke ne so ganz verstanden haben sie es irgendwie dann doch nicht.

00:45:22: Weil da ist mir noch einmal wichtig zu sagen weil uns das auch immer wieder vorgeworfen wird in verschiedenen Artikeln wenn ich darüber rede über die Bildungspolitik mit oft von der Kuschelpädagogik ausgegangen Und es ist einfach nicht so.

00:45:36: Also ich stehe auch für Leistung und das Leistungen gelohnt werden sollte, aber dass wir Leistung anerkennen sollten und nicht alle Larifarie durchs Leben gehen können, ist auch klar.

00:45:49: Aber das sollte doch nicht zu Lasten vom Wohlbefinden gehen.

00:45:53: Das kann Hand in Hand gehen und wir wissen mittlerweile durch sehr viele Studien ... gutes Volbe finden, die Basis ist für gutes Lernen.

00:46:03: Und dann auch für die Basiskompetenz mit Mathe Deutsch und Po.

00:46:06: Aber dass diese sozialemotionalen Kompetenzen einfach die Grundlage sind und dem nicht widersprechen.

00:46:12: Wir haben da irgendwie manchmal so unterschiedliche Gespräche von wegen ja aber wir sollten doch Mathe-Deutsch und Alditin machen und da vergessen wir was eigentlich die Basist ist und was wir brauchen um erfolgreich zu lernen und das sich das eigentlich positiv beeinflusst und wir eigentlich das gleiche Ziel haben aber uns irgendwo auf den Weg verloren haben.

00:46:31: Ja, cool!

00:46:33: Wir haben jetzt glaube ich schon fast eine Dreiviertel Stunde gesprochen und ich würde so gegen Ende der Folge ganz gerne noch mal vielleicht einfach nochmal so nochmal ganz konkret werden.

00:46:43: Eltern, die zuhören, die jetzt ein Kind haben wo sie sich Sorgen machen wegen des Themas Schulangst Was wären für dich jetzt eindeutige Kriterien?

00:46:53: Wo du sagst wenn die auftreten dann sollte man sich professionelle Hilfe dazu holen.

00:46:59: Vielleicht eine Checkliste, das was dir jetzt in den Kopf kommt, dass Eltern hier mitschreiben können oder sich wiederfinden?

00:47:07: Oder auch nicht weil es ja auch ganz gut sein kann, dass man denkt ja, das trifft auf uns jetzt noch nichts zum Glück.

00:47:12: Also ich glaube die Checkliste hatten wir ganz am Anfang schon mal ne?

00:47:15: Das ist wirklich diese Dauer wo ich buchen würde geht das schon einige Monate?

00:47:20: Ist da wirklich eine Belastung?

00:47:22: Ist dann ein Leidensdruck bei dem Kind nicht nur bei mir Da gehört auch einmal so eine Reflektionsarbeit dazu und betrifft das mehrere Gebiete, also Familie und Schule oder Kindergarten.

00:47:33: Oder ist das ganz explizit auf ein Thema?

00:47:35: Das heißt noch nicht dass das dann kein großes Thema ist aber es natürlich immer je weiter sich das auswirkt desto extremer ist das Und dann würde ich mir auch jeden Fall professionell Hilfe holen.

00:47:46: Aber ich möchte dazu sagen Ein Erstgespräch bei einem T-Tag heute zu machen Ist immer mit weniger Wartezeiten verbunden, wir hören ja immer nur wartezeiten sind so lang In einem Erstgespräch bekomme ich es relativ schnell.

00:47:58: Ich möchte mich jetzt nicht zu weit aus mit Fenster lehnen, aber relativ schnell.

00:48:02: und ich habe immer mehr Familien die kommen für den Erstgesprech und genau diese Frage stellen.

00:48:07: Ich weiß noch gar nicht ob das jetzt schon therapiedürdig ist, aber mein Kind hat Folgendes.

00:48:12: Die kommen dann auch ohne Kinder man muss ja nicht... Also man kann in Erstgesprüche auch für einen Eltern-Gespräch nutzen Und das würde sich jede Familie jeden Elternteil empfehlen.

00:48:22: Fragt mal an!

00:48:23: Ein Erstgesprech zur Achtklärung ob das wirklich Therapie möglich ist, ob es schon in die Grenze geht.

00:48:30: Wir müssen da was tun und dann beraten wir da und oft gehen die Gespräche dann aus dass wir den Eltern dann schon in einer ganzen Stunde ja tolle Themen und Tipps an die Hand geben können, die sie schon selber machen können.

00:48:42: aber ich finde das ganz

00:48:43: toll.

00:48:44: je früher man noch kommt ist bei dem psychischen Erkrankungen einfach so desto leichter ist es auch aus diesen ganzen Reisen negativen, spiralen und voraus zu kommen.

00:48:53: Deshalb mitschreiben einfach so viel wie möglich.

00:48:55: Anfang ich möchte das das hier nicht noch weiter belasten aber das würde ich ehrlich gesagt individuell jedem empfehlen.

00:49:02: Sonst kann man da immer die Einzelne sechs, eins sieben wählen.

00:49:05: Da kriegt man eh immer ein Erstgespräch zugewiesen auch bei Therapeutenen.

00:49:10: Und dass einfach mal machen wenn man sich Sorgen macht dann um das Angebot annehmen was es gibt.

00:49:18: Und sonst würde ich es aber ganz klar gucken, was wir in der Folge besprochen haben.

00:49:23: Was kann ich in der Situation tun?

00:49:25: Also in der Situation kein Verhörer, keine Warum-Fragen, keine Suggestieffragen da denken die Vernunft ist ausgeschaltet.

00:49:34: Da wirklich im Kleinstadtig vorangehen den Bindungstank er aufladen und dann erst die Themen angehen.

00:49:42: Und was kann ich dann danach machen?

00:49:45: also auf jeden Fall die Situation nachbesprechen Was ich einen ganz tollen Tipp finde, die Angst einmal zu externalisieren.

00:49:50: Das heißt, gebasteln wir einmal so ein kleines Angstmonster.

00:49:54: Malen das auf!

00:49:55: Was sagt ihr?

00:49:56: Die Angstschlange kann das sein.

00:49:57: Das ist für die Kinder ganz toll weil das auf einmal... Ach, das bin nicht ich sondern das ist eine Schlange und die kann ich bekämpfen.

00:50:03: Also es ist tatsächlich auch was, was Therapeutinnen mit den Kindern machen würden.

00:50:07: Das kann ich auch zu Hause machen.

00:50:09: Ich kann Steine basteln oder kleine Helfer-Tierchen, die positiv aufladen, die die Kinder mitnehmen können Und ich kann mit dem Kind wirklich... Je älter es wird, natürlich noch mal besser ins Gespräch gehen.

00:50:21: Und da ist ein Ganz-Kochbeta-Tipp, würde ich immer die Beiläufigkeitsstrategie mal hier pushen.

00:50:28: Also nicht mich gegenüber setzen an den Essstisch und sagen so jetzt erzähle mal Auge zu Auge!

00:50:33: Sondern auf dem Weg in den Supermarkt, auf der Weg ins Kino.

00:50:37: Das kann ich auch für alle sensigen Themen benutzen wenn ich über Sexualität und sonst was reden möchte.

00:50:42: Gerne diese Der Gang zum Bäcker, wir laufen unnebeneinander her.

00:50:47: Man muss sich nicht in die Augen gucken.

00:50:49: Das wirkt auch schon bei Kindern extrem gut um vielleicht an Themen zu kommen wo ich sonst nicht dran komme.

00:50:56: und als Letztes bei kompatierenden Kindern ist ja oft so dann wirkt sie aber, ne?

00:50:59: Die wollen gar nicht mit uns sprechen.

00:51:01: Trotz dem Gesprächsangebot waren Ich sehe das es schwer für dich wenn du sprechen möchtest... ...ich bin da!

00:51:09: Das vergessen wir manchmal weil wir denken die wissen ja dass wir da sind und dass wir immer ein offenes Ohr haben.

00:51:13: Nee, wissen die schon.

00:51:15: Aber sagt es einfach noch mal!

00:51:18: Und das sind so die konkreten Themen, die ich jedem nochmal mit auf den Weg gehen würde.

00:51:23: Ja super zusammengefasst und glaube ich nochmal wichtiger.

00:51:27: am Schluss finde ich den Frage gut von Libras auch mal gut und nochmal einen Überblick zu bekommen was weiß er doch nicht finde ich schwierige Gemengelage ist.

00:51:40: vielleicht jetzt ganz zum Abschluss Erzähle uns jetzt doch noch mal was so bei Prevenio, wo du ja mit von der Partie bist oder eigentlich hast du nicht sogar gegründet?

00:51:56: Genau.

00:51:58: Was ist denn... wie hängt das denn damit zusammen mit dieser Thematik?

00:52:02: Was ist da dein Ansatz?

00:52:03: Was is' da eure Mission und wie kann das auch...?

00:52:09: genutzt werden, beispielsweise?

00:52:12: Also eigentlich haben wir genau das Thema jetzt besprochen.

00:52:15: Wie bin ich auch die Idee gekommen?

00:52:17: Ich habe in einer geschlossenen Psychiatrie im Stuttgart gearbeitet und dann natürlich an den schwerwiegenden Fällen oder so das Entspektrum der psychischen Erkrankungen.

00:52:26: Und die Leute kommen da alle wieder.

00:52:29: Die sind zum dreißigsten, vierzigsten Mal da und da ist das Kind dann einfach manchmal in dem Boden befreundet.

00:52:35: Ist ja der Wachsender!

00:52:36: Aber die sind schon so tief in dieser Spirale, die kriegen wir da kaum noch raus.

00:52:41: Und gleichzeitig dann anzuschauen, okay, seventy-fünf Prozent der psychischen Erkrankungen starten und haben den Ursprung im Kindes- und Jugendalter?

00:52:48: Warum setzen wir da nicht an?

00:52:50: Und warum machen wir das so wenig?

00:52:52: Also Prävention vor Reaktion!

00:52:54: Und so ist die Idee entstanden.

00:52:56: Wir haben uns dann zusammengetan, sind mittlerweile fast zehn Leute und arbeiten an Schulen bundesweit und machen genau diese Psychodokruktion, die wir jetzt auch gemacht haben also denen... Schulen, Familien mit Kitas Kindergärten Themen an die Hand zu geben wie sie mit diesen Situationen umgehen können.

00:53:10: Es gibt dann Materialien in diese Formen.

00:53:12: Sie können bei uns Fall Supervision wahrnehmen wo sie wirklich mal über einen spezifischen Fall sprechen können weil auch der Schutz und rische Dienst ist ja überladen im Deutschland.

00:53:23: also wir versuchen den System rund um Kinder und Jugendlichen da zu unterstützen weil wir eben die Haltung haben dass es starke Erwachsene braucht um die Kinder letztendlich zu schützen.

00:53:36: Schön!

00:53:38: Das klingt nach einer sinnvollen Sache, aber wenn sage ich das?

00:53:44: Wir verlinken auch gerne alle wichtigen Informationen in den Show-Nords der Episode.

00:53:49: wer sich dafür interessiert er findet dort dann noch weitere Möglichkeiten da reinzuschauen.

00:53:55: und ja sonst glaube ich bleibt uns nichts mehr anderes übrig als uns bei dir Janath bedanken.

00:54:00: Ich fand das war eine ganz tolle und außergewöhnliche Handfuß Mundfolge zu dem Thema, dass glaube ich früher oder später alle Eltern mal zumindest ein bisschen beschäftigt.

00:54:10: Klar gibt es auch welche die damit gar nichts am Hut haben.

00:54:12: aber glaube das ist was bei vielen Anwendungen findet kann man ja vielleicht auch ansatzweise auf andere Dinge übertragen.

00:54:22: Natürlich das Thema Schule, ein eigenes aber gibt bestimmt auch andere Sachen auf die man das übertragen kann und wo man Learnings mitnehmen kann.

00:54:29: also deswegen finde ich es super praxisorientiert und sehr wertvoll.

00:54:33: Auch für niedergelassene Kolleginnen und Kollegen die damit auch mal konfrontiert werden und hier zu hören auch ein paar gute Guidelines wie man sich dem nähert.

00:54:42: Ansonsten gerne auch diese Episode weiterleiten an die Zuhörerinnen, wenn es euch gefallen hat.

00:54:47: Wenn ihr jemanden kennt der vielleicht mit der Thematik was er am Hut hat und sich Sorgen macht dann kann vielleicht dieser Episode weiterhelfen.

00:54:56: das würden wir uns sehr drüber freuen.

00:54:58: also nochmal vielen Dank Jana für deine Zeit dass du sie uns gespendet hast hier im Podcast und ja vielleicht finden wir noch mal eine Gelegenheit auch zu einem anderen Thema nochmal gemeinsam zu sprechen.

00:55:11: Jeder zeugt sehr gerne, hat mir sehr viel Spaß gemacht.

00:55:14: Danke!

00:55:15: Wir wünschen euch sonst alles Gute und wir hören uns bei der nächsten Folge von Hartfuß Mund bis dahin Tschüss!

New comment

Your name or nickname, will be shown publicly
At least 10 characters long
By submitting your comment you agree that the content of the field "Name or nickname" will be stored and shown publicly next to your comment. Using your real name is optional.