Starke Gefühle: Wie man Wut bei Kinder richtig begleitet - mit Ergotherapeutin Melanie Wunderling

Show notes

Kennt ihr das? Eben war noch alles gut, und plötzlich liegt euer Kind schreiend auf dem Boden, weil der Keks zerbrochen ist. Und genau dann schauen natürlich alle. Viele Eltern fühlen sich in solchen Momenten hilflos oder schämen sich sogar, weil sie denken, sie hätten etwas falsch gemacht.

Darüber haben wir mit Melanie Wunderling gesprochen. Sie ist Ergotherapeutin und erlebt diese Situationen jeden Tag, in ihrer Praxis genauso wie in den Nachrichten, die sie online bekommt. Melanie erklärt, warum ein Kind im Wutanfall gerade gar nicht vernünftig reagieren kann, auch wenn es das gern würde. Und warum es völlig normal ist, dass Kinder ihre Gefühle noch lange nicht allein in den Griff bekommen.

Wir reden darüber, was wirklich hilft, wenn es mal wieder kracht: da sein, ruhig bleiben, das Kind durch das Gefühl begleiten. Und wie das klappen kann, wenn man selbst müde ist und eigentlich auch gleich platzt. Außerdem geht es um die Frage, wie wir Grenzen setzen können, ohne unserem Kind zu sagen, dass seine Wut falsch ist.

Episodenlinks:

Show transcript

00:00:23: So ihr Lieben, hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Handfuß Mund.

00:00:27: Euren Podcast über Kinder- und Jugendmedizin.

00:00:29: Wir begrüßen euch immer eure beiden Hose.

00:00:32: Mein Name ist Nibrasnami an meiner Seite der liebe Florian Barbor.

00:00:36: Hallo Florian!

00:00:39: Ich hoffe dir geht's gut.

00:00:40: ich hoffe du hattest schon einen schönen Tag weil es wird jetzt nur noch besser Weil wir heute eine schöne Folge wieder aufnehmen und über ein spannendes Thema sprechen.

00:00:52: Heute gibt's mehr in die Richtung Erziehung rund um Kinder, es soll um Emotionen von Kindern gehen, auch starke Emotionen.

00:01:06: Jeder kann sich zurück erinnern.

00:01:07: Beim einen ist es vielleicht zwei Tage her beim anderen ... vier Minuten seit dem letzten Wutanfall des Kindes.

00:01:15: Das versuchen wir hier heute auch mitzunehmen und abzubilden, und dafür haben wir heute einen tollen Interview-Gast.

00:01:23: die liebe Melanie Wunderling ist da!

00:01:26: Hallo liebe Melanie!

00:01:27: Hallo ihr zwei.

00:01:28: vielen Dank für die Einladung.

00:01:29: ich freue mich wirklich ganz toll auf das was jetzt kommt wo wir wahrscheinlich lange sprechen werden.

00:01:37: Erzähl doch mal den Hörern wer du eigentlich bist und wie es dazu kommt, dass du dich gerade mit diesem Thema auch viel auseinandergesetzt hast.

00:01:47: Ja ich bin Ergotherapeutin und habe mich vor fünfzehn Jahren, als ich so raus aus der Ausbildung kam, habe ich mich so umgeschaut und geguckt Mensch was könntest du da machen?

00:02:00: Was haben wir denn für Themen in der Ergotherapie?

00:02:02: Und dann geht er rund oben den Alltag und hab relativ schnell festgestellt Menschen Kinder sind das wo ich hin möchte Die geben einem so viel zurück.

00:02:11: und habe mich denn darauf spezialisiert.

00:02:14: Und irgendwo ist das das Thema, wo mein Herz für brennt?

00:02:18: Ich hab jetzt mittlerweile auch in Magdeburg, ich bin aus Magdebrock, habe ich zwei eigene Ergoterapiepraxen, habe ja den großen Instagram-Kanal Ergoli.

00:02:27: Und dieses Thema von großen Gefühlen, dass was du schon quasi so angeteasert hast vor vier Minuten oder eben auch zwei Tage her, das betrifft ... Auch wenn man in der Situation selbst, vielleicht als Mama oder Papa es kaum glauben kann.

00:02:45: Aber es betrifft eigentlich fast jeder Familie dieses Thema.

00:02:49: und ich finde das dadurch dass wir jetzt auch mit diesem Thema Neuro die wir ganzen mehr noch mehr zu tun haben wird es irgendwie immer deutlicher Und darauf haben wir uns in den Praxen im Aktenburg auch so ein bisschen spezialisiert.

00:03:04: Dieses Thema wirklich Emotionsregulation.

00:03:06: was passiert da eigentlich?

00:03:08: Und was ist vor allen Dingen das, was wir Eltern tun können?

00:03:15: Da habe ich dann irgendwann gedacht, schreibe ich mal ein Buch.

00:03:19: Packen wir doch mal all das Wissen, was die da haben so rein.

00:03:22: und vor allem hat mir auf dem Markt auch ein bisschen das Gefehlt, was diese Leute eben machen können.

00:03:27: Ja also du hast zuhunderttausend Erziehungsradgeber aber so richtig kann dir für dein eigenes Problem vielleicht ... Gibt's dann nicht so wirklich viele Tipps?

00:03:37: Und ich hab so gedacht, ich habe den ganzen Tag damit zu tun.

00:03:40: Ich behandle den ganzen tag irgendwie Kinder die dieses dieses Problem eben haben mit der Emotionsregulation.

00:03:47: Warum sollte ich das nicht teilen, damit es vielen Menschen draußen einfach besser geht und Familien quasi auch irgendwo einander gut zuhören können?

00:03:56: Warum das vielleicht so ist?

00:03:58: Super!

00:03:59: Ja, es war eine schöne Einleitung oder Selbstbeschreibung auf deinem Weg zu deinem Buch.

00:04:05: Ich glaube das ist ja so der letzte Steinchen zumindest bis jetzt was da gesetzt worden ist.

00:04:12: Das macht alles total Sinn!

00:04:14: Wir werden über dieses Buch sicher auch noch gleich extra sprechen nur schon mal erwähnt.

00:04:18: Das heißt starke Gefühle in der Familie sicher begleiten.

00:04:22: Genau.

00:04:23: Toller Titel.

00:04:24: Sie hast vor kurzem erschienen vor einigen Wochen Mitte August und da widmest du dich diesem Thema.

00:04:30: Und vielleicht steigen wir mal in die Thematik ein, wir zwei sind ja Kinderärzte.

00:04:36: bei uns hat natürlich vieles so den medizinischen somatischen Kontext oder der ist auch das was dazu Frage steht.

00:04:47: müssen wir denn beachten, wenn es um das kindliche Gehirn, dass gerade vielleicht so ein Wutanfall oder einen Ausraster oder wie auch immer man es nennt hinlegt wo sich Erwachsene denken hey das kann doch nicht sein.

00:05:01: Wie du jetzt reagierst reiste ich mal zusammen sei vernünftig, reagiere nicht so über was auch immer.

00:05:08: Was ist denn der Unterschied den wir nicht vergessen dürfen?

00:05:13: Wenn es um ein kindliches Gehirne geht im Vergleich zu einem äh, älteren Gehirn?

00:05:20: Also es gibt zwei Sachen die ich gerne mitgeben würde.

00:05:25: Zum einen haben wir als Erwachsene ganz oft die Vorstellung mein Kind wird das schon können weil ich erst erwartet und ich glaube es ist keinem da draußen wirklich bewusst dass diese Emotionsregulation vollendet ist mit dem XXV Lebensjahr ungefähr.

00:05:47: Erst dann ist ein kindliches Gehirn, auch wenn es schon von um zwanzig ist.

00:05:53: Allein in der Lage sich alleine ohne eine zweite Person zu regulieren.

00:05:59: und ich glaube wir sind alle irgendwo oder wir unterschreiben es vielleicht auch alle irgendwo Wenn man jetzt einen Unfall hatte Oder einer hat mir die Vorfort genommen Ich rege mich ja auch erst mal auf.

00:06:13: Ich glaube wir Erwachsenen haben ganz oft auch Angst vor dieser Wutwelle, die da kommt.

00:06:18: Die Emotionswelle dauert in der Regel neunzig Sekunden.

00:06:22: Kinder vielleicht im Alter von drei vier fünf und aufwärts haben natürlich keine Neunzig Minuten neunzig Sekunden Und dann ist das wieder weg und ich glaube dass es Der springe punkt a dauert eine emotion die erst mal raus muss die gelebt werden darf dauern länger und wir vergessen dass das kindliche Gehirn es noch nicht kann.

00:06:45: Und du hast mich ja gefragt, was bei diesem Thema aus der medizinischen Sicht, was wir vielleicht nicht vergessen dürfen.

00:06:53: und Es gibt so ein Abteil im Gehirnt hinter das Stirn und dieses Zentrum sozusagen.

00:07:01: da finden alle Exekutivfunktionen statt wie das Arbeitsgedächtnis Einheiten von Regeln Impulskontrolle und auch grob gesagt der Denkprozess an sich Und bei einer Emotion, die hochkommt.

00:07:15: Mir jemand hat mir das Spielzeug weggenommen oder ... Nein!

00:07:19: Kassiert.

00:07:21: In diesen Fällen schaltet das rationale Denken quasi ab und ich kann nur noch in einem Schutzmechanismus von Gehunden agieren.

00:07:32: Dieser Schutzmechnismus ist bei den Kindern meistens sehr laut gebrüll schmeißen irgendwie beißen vielleicht auch noch, weil das Gehirn sagt Denken brauchen wir jetzt nicht mehr.

00:07:43: Wir brauchen jetzt Überlebensstrategie.

00:07:46: und das Gehör entscheidet nicht ob meine Puppe weggenommen wurde, ob Das Käsebrot zerbrochen ist oder oder oder sondern das Grundproblem ist dass das Nervensystem danach entscheidet Ob es mir gut geht oder ob ich ob es mir nicht gut geht, ob ich sicher bin oder ob Ich Nichtsicher Bin Und danach entscheidet es dann, was es tut.

00:08:11: Das ist der Fakt, wenn ich in einer Emotion rationale Ratschläge gebe ... Die kann ein Kind gar nicht mehr.

00:08:20: Ich glaube, jeder kann das nachvollziehen, wenn wir irgendwie einen Unfall oder so etwas hatten.

00:08:25: Was uns Erwachsene vielleicht ärgert?

00:08:28: Wir werden einkaufen und angerempelt und auch noch beschimpft oder irgendwas.

00:08:32: Rational betrachtet weiß ich... Mensch, ich bin dagegen gefahren oder jemand ist in mich reingefahren.

00:08:38: Aber wenn die Emotionen da so hoch kochen, dann blubbert das aus einem raus und deswegen ist es auch manchmal bildlich als Vulkan dargestellt.

00:08:46: Und das finde ich sehr passend.

00:08:48: Es blubert erst mal alles raus und wenn das alles raus ist, kann man erst wieder rational denken.

00:08:53: Deswegen ist mein erster Tipp beachtet, wenn ihr in einer Emotionswelle drin seid immer dass mehr Worte und mehr erklären und mehr wollen eigentlich alles nur noch schlimmer macht.

00:09:07: Man muss erst diese erste Welle abwarten.

00:09:11: Ja, das ist schon mein wertvoller Tipp weil man neigt ja wirklich dazu sich immer dann... Man geht da auf Augenhöhe vom Kind und fängt dann direkt an zu argumentieren.

00:09:18: aber wir haben natürlich alle irgendwie den intrinsischen Drang, das jetzt zu stoppen.

00:09:24: also man denkt immer nee also sei es aus Mitleid mit dem Kind oder Sorry, wenn's jetzt so sagt.

00:09:30: Aber weil es vielleicht einen grad auch nicht passt diese Reaktion oder weil es gerade in der Situation nervt, geht man sofort hin und versucht es irgendwie aufzuhalten.

00:09:42: Und das kennt glaub ich jeder, dass man dann was sagt?

00:09:46: Dann ist die nächste Salve von Schreien noch lauter als die davor!

00:09:52: Das ist glaube ich sehr schön.

00:09:53: das, was du beschreibst... Also das nehmen wir schon mal als erste schöne Erkenntnis mit, dass man das vielleicht einfach mal begleiten und zulasten sollte ohne da direkt dran rumzuwerkeln.

00:10:06: Und vielleicht mal eben wie du richtig sagtest mal ein zwei Minuten einfach abwarten und danach das Abkochen zu nutzen um dann einzusteigen vielleicht mit Argumenten finde ich super.

00:10:16: tip.

00:10:19: Worauf ich noch eingehen wollte, du hast gerade sehr schön gesagt und ich konnte mich damit sehr gut identifizieren.

00:10:24: Mit diesem dass man erst mit fünfundzwanzig sich selber regulieren kann.

00:10:28: also nicht weil ich mit acht zehn neunzehn noch irgendwie solche Situationen hatte aber retrospectiv als mensch jetzt deutlich raus aus dieser altersphäre würde schon sagen das man einfach nicht noch nicht gut mit gewissen Dingen umgehen konnte.

00:10:45: Jetzt ist aber natürlich trotzdem nicht so, dass ich mit... Mit dreiundzwanzig habe mich nicht im Supermarkt auf dem Boden gelegt und geweint weil mir meine Eltern keine Überraschungseil kaufen wollten sondern das waren vielleicht andere Dinge.

00:10:56: Und vielleicht können wir so... Deine Spezialgebiete sind ja natürlich kleinere Kinder mit Sicherheit auch und wir kennen viele die jetzt hier zuhören haben vor allem glaube ich kleine Kinder zu Hause.

00:11:08: was sind denn Malensteine der Selbstregulation, also wann wird zu sagen?

00:11:12: Wann muss man mit was ungefähr zurechtkommen können falls man das schon so kategorisieren kann.

00:11:19: Also ich glaube beim dreijährigen hat jeder Verständnis dafür dass der mal wie Vulkan ausbricht, weil man ihm seinen Feuerwehrwagen weggenommen hat.

00:11:29: Bei einem neunjährigen Kind würde man denken, krass das jetzt so reagiert in der Situation.

00:11:34: Zumindest gefühlt ja?

00:11:36: Das ist auch eine gewisse ... dass die Krisen andere werden mit der Zeit.

00:11:41: und ich fragt es vor allem deswegen um vielleicht klar zu machen wann verlangen Eltern eigentlich zu viel von ihren Kindern?

00:11:46: Wann ist das eben... Dass man denkt ja, das müsste doch jetzt eigentlich mal regulierbar sein selbst dass man dann vielleicht ein bisschen auch daraus kommt, so hohe Erwartungen zu stellen als Kind.

00:11:58: Also ich ... diese Frage begegte mir natürlich sehr oft in den Praxen.

00:12:04: Sehr, sehr oft natürlich bei Instagram-Fragestickern und ich sage mal so es gibt jetzt keinen von dann bis dann weil wir dürfen zwei Aspekte nicht vergessen A gelingt Regulation immer In diesem Zeitraum ja über eine andere Person.

00:12:24: Das nennt man ja Co-Regulation, ich werde also von einem anderen Menschen begleitet in meiner Wut, in meine Angst im ehiglichen Gefühl und Emotionen was ich habe.

00:12:38: Heißt aber im Umkehrschluss, was wir ganz oft vergessen heißt ist aber auch dass ich ja ne regulierte Person sein muss damit die Regulation vor meinem Kind erst mal überhaupt gelingen kann Und ich habe das in meinem Buch so schön beschrieben.

00:12:52: Das würde ich jetzt gerne anbringen, weil es einfach super gerade passt.

00:12:57: Man darf sich immer ein bisschen wie so einen Tuschkasten vorstellen.

00:13:00: Wir kennen alle diese weiße Palette, wo Mahler immer so schönen die Pupfen der Farbe drauf machen.

00:13:04: und da sage ich, stellt euch mal vor, es gibt nur gelb-und rot.

00:13:09: Gelb ist die Farbe für... Ich bin reguliert?

00:13:11: ...und rot für, ich bin einfach nicht reguliert!

00:13:13: Ich bin unreguliert aus der Hölle,

00:13:15: ja?!

00:13:16: Und ich würde euch beide jetzt mal als Gelb anmarkern, anmalen in meiner Vorstellung.

00:13:25: Ihr seid groß!

00:13:26: Ihr habt viel Geld wenn eure Kinder kommen würden im Rot aus der Kita oder aus der Schule.

00:13:33: alles ist misst und blöd.

00:13:34: ich hab hier reguliert Ich habe viel auch kooperiert, ich habe viel geleistet Und ich musste viel aushalten an Lautstärke und allem.

00:13:43: Dann kommen diese kleinen Menschen in rot und nehmen mir von meinem gelben was weg um wieder selber gelb zu werden.

00:13:51: So, dann ich jetzt aber den mehr mal vorstelle ihr beiden werdet rot und da kommt ein rotes Kind.

00:13:58: könnt ihr das nicht korrigulieren?

00:14:00: und ich glaube diesen Zustand diesem Fakt könnt ihr glaube ich gut nachvollziehen weil als Kinderarzt musst du auch der regulierte Teil sein stelle ich mir zumindestens vor wenn es irgendwie mal brenzlig wird wenn das Kind dolle Angst hat wenn man auf diesen Zug mit aufsteigt und nicht regulierend wirkt Kannst du eigentlich ganz vergessen, würde ich mal sagen.

00:14:23: Also es kommt auch immer darauf an wie reguliert bin ich als Erwachsener und natürlich... Ich habe auch Spaß als Erwachsener.

00:14:30: Mal ist der Tag auf Arbeit gut, mal denkt man sich so jetzt würden mich gerne einschließen und einfach zwei Tage nichts tun.

00:14:37: aber Regulation zu lernen, gelingt quasi immer dann wenn ich es geschafft habe mich über einen anderen Menschen oder mit einem anderen Menschen zu regulieren.

00:14:48: Dann sagt das Gehirn, oh das haben wir erfolgreich gemacht, das speichere ich ab!

00:14:52: So wie so ein Autobahnbau.

00:14:54: und umso öfter diese Kette von Regulation gut gelingt, umso kürzer werden die Wutausbrüche peilen könnte.

00:15:08: Ein Dreijähriger hat auch mal Wutausbrüche von nach einem Stunde, ein fünfjähriges Kind vielleicht jede Woche mal fünf Minuten?

00:15:17: Aber wir dürfen die Umgebungsfaktoren nicht vergessen!

00:15:19: Also ich finde... Ich möchte nicht politisch werden oder so aber wir wissen ja alle da draußen ist Fachkräftemal das heißt

00:15:28: viele

00:15:28: Kinder werden auch in der Schule und eine Kita viel zu überfüllt auf viel zu wenig Erzieher gestopft teilweise schon.

00:15:38: Jetzt darf man diesen Zustand auch nicht vergessen, da hängen ja zwanzig Nährungssysteme.

00:15:46: Auf einen vielleicht zu regulierten Erwachsenen oder zwei.

00:15:49: und wenn da fünf, sechs, sieben, acht rote Kinder dabei sind stecken die sich irgendwo gegenseitig auch teilweise an?

00:15:56: Da sind denn die sagen Ja, die kloppen sich immer und zu Hause alleine ist alles super aber in der Gruppe funktionieren die nicht so gut zusammen.

00:16:03: Und wenn man dann noch betrachtet das vielleicht der eine Erzieher alleine ist in Europa mit einem Azubi, der vielleicht gar keine Ahnung hat.

00:16:11: Der wird nicht gelb sein.

00:16:13: und ich glaube das ist halt auch so ein Fakt.

00:16:15: wo sind denn die Kinder den meisten Tag oder den ganzen Tag lang?

00:16:19: Das behören wir nicht gerne als Elternteil aber in der Fremdbetreuung.

00:16:23: Und wenn da die Regulation eben auch nicht gegeben ist kann ich von meinen fünfjährigen dann eben auch Nicht erwarten dass das gut klappt sondern Ich muss immer gucken wie oft hat es denn schon gut geklappt damit der Lerneffekt natürlich auch da ist, für das Gewinn.

00:16:38: Und ich sage mal um wenigstens ein bisschen was mitzugeben als Antwort im Vorschulalter, Strickstrich-Einstritt in die Schule, da dürften die Wutanfälle geringer werden und wir merken tatsächlich auch dass ab diesem Alter ist dann quasi schon echt in die Eskalation teilweise geht.

00:17:01: Also so in Richtung Schulverweigung oder mitten im Unterricht einfach den unteren Tisch verstecken, solche Sachen.

00:17:09: Da trennt sich denn ein bisschen der Teil ab von dem ich kann mich noch nicht gut regulieren und brauche immer noch Hilfe?

00:17:17: Oder es kommt halt noch zu einer nur völligen Estalation.

00:17:21: Und diese Eskalation sieht natürlich schlimmer aus, wenn die Kinder größer sind.

00:17:24: Wenn sie lauter sind und sich noch mehr wehren können.

00:17:27: Unvereinlich, wenn Sie Takten oder die anderen quasi in den Gegenbringen, wenn sie die auch noch gut verstehen weil sie so intelligent sind und verstehen du bist Dorf ist halt auch ein Angriff.

00:17:40: manchmal

00:17:41: Ja verstehe ich alles jetzt gleich mal eine Ketzerische Frage hinterhergeschoben.

00:17:48: Kann ich mir diese Co-Regulation und das alles nicht einfach sparen, wenn ich mein Kind ordentlich erziehe?

00:17:53: Und es somit nicht das Zeichen einer schlechten Erziehung zeigt nämlich diese Wudausbrüche sondern sich das spart?

00:18:06: Aber provokative Frage muss man glaube ich jetzt noch sagen oder?

00:18:10: Ich glaube eigentlich, ich finde einen guten Mittelweg.

00:18:13: Ja!

00:18:14: Man kann es auch Erziehung nennen aber ich finde Erziehungen ist in... Also ich bin ja auch zweifach Mama und Erziehungs.

00:18:24: in dem Fall sollte sein dass sich mein Kind einen geschützten Rahmen gebe und sage pass auf hier kannst du jetzt mir mal volle Leute sagen was dein Problem ist Und quasi damit möglich machen im Sinne von, sag was dich beschäftigt.

00:18:41: Sag was dich verletzt hat.

00:18:43: früher in meiner Kindheit war das ja noch so dass mir gesagt wurde sei nicht zu laut du bist zu drüber und du bis zu dies bis zu jenes bis zu das und ich glaube diesen diesen Turnaround von.

00:18:59: Ich muss mich ständig anpassen weil was sollen die anderen denken hinzu okay Wir sind jetzt alle irgendwie schon auf dem Weg, dass Gefühle in Ordnung sind.

00:19:09: Dass Gefühlen benannt werden dürfen und ich finde das ist halt die neumodische Art zu erziehen Und mein Kind dahin zu bringen, zu sagen rede mit mir, sag was ich wie ich dir helfen kann und wie ich dich unterstützen kann.

00:19:22: jetzt gerade Das.

00:19:23: ich aber in diesem Thema Erziehung trotzdem meine eigene Grenzen halte.

00:19:30: Wenn ich als Mama sage es gibt jetzt kein Eis Und das Kind rumbröt und ich danach ein Eis hingebe, dann ist es für mich... Das ist auch nicht so gut.

00:19:39: Aber wenn ich sage du pass auf?

00:19:40: Ich verstehe, du möchtest jetzt sein Eis!

00:19:42: Aber wir essen jetzt oder es gab eben schon was.

00:19:45: Ich möchte das nicht.

00:19:46: wie auch immer, wenn ich diese Grenze war und sag' ich verstehe das.

00:19:49: Ich versteh' dass du da jetzt drüber traurig bist, dass ich nein zu einem Eis sage.

00:19:53: Es bleibt aber trotzdem ein Nein.

00:19:55: Denn es ist auch eine Erziehung.

00:19:57: Aber eben auf Augenhöhe, in der ich vieles eben auch erkläre

00:20:02: Ja, das ist ja immer so ein verführerischer Punkt.

00:20:04: Dass man dann im Konflikt mit dem Kind manchmal nicht genau weiß was man dann tun soll Das hart bleiben ist hart für einen selbst Lässt den konflikt manchmal auch nochmal eskalieren.

00:20:20: Dann gibt's immer diese.

00:20:21: da würde mich auch mal interessieren was du davon hältst immer diese.

00:20:24: wenn dann Diskussionen Wenn dass passiert dann kann man das machen.

00:20:31: Manchmal will man ja auch nicht, dass z.B.

00:20:33: eine Situation komplett abricht.

00:20:35: also Beispiel aus meiner jüngeren Erinnerung sind zum Beispiel Wutanfälle beim Essen beim Abendessen.

00:20:43: Man will ja auch nicht, dass das Kind mit leerem Magen ins Bett geht.

00:20:47: Aber wenn dann zum Beispiel irgendwie auf den Teller gehauen wird oder da irgendwas mutwillig rumgeworfen wird ... Dann nimmt man den Tellern erst mal gerne weg, weil man denkt so läuft's nicht.

00:20:58: Das ist der erste Move.

00:20:59: Wir sind jetzt in einem konkreten Beispiel völlig uneignützig.

00:21:03: meine Fragen jetzt.

00:21:05: Ähm ... Ironie aus!

00:21:08: Dann hat man jetzt zum Beispiel den Teller weggenommen und dann geht es aber los, dass man ja eigentlich möchte das Kind doch was ist.

00:21:14: Und dann kommt man vielleicht doch in diese Wenn-Dann-Situationen.

00:21:18: Wenn du dich wieder ein bisschen benimmst, kannst du auch weiter essen.

00:21:23: Man weiß halt, es geht oft um so Banalitäten beim Essen.

00:21:26: Also erst will das Kind nicht essen, dann nimmt man den Tellern weg, dann wird es unbedingt essen.

00:21:37: Und dann hat man noch mal diese Situation, dass man eigentlich nicht in so Machtkämpfe kommen möchte.

00:21:43: Weil man natürlich auch oft gehört und gelesen hat, Machtkampf zwischen Eltern und Kind ist auch nicht das Richtige, also dass man ihn irgendwie ausnutzt und eine Machtposition ausspielt.

00:21:57: Da finde ich es immer ganz schwierig pädagogisch wertvoll ... halbwegs irgendwie einzugreifen, zu intervenieren und die Situation zu ... Ich sag jetzt mal bewusst nicht entschärfen.

00:22:10: Weil wenn wir gesagt haben, man muss es auch mal ruhig zulassen können.

00:22:12: Aber das einfach auf einem Weg zu begleiten, dass man danach sagen kann, so war es bestcase Szenario, hab jetzt alles gegeben nach den Regeln der Kunst und würde ich beim nächsten Mal wieder genauso wachen?

00:22:25: Ja, ich glaube A darf man sich selbst auch sagen ja, wenn es mal nicht gelungen ist Und auch, ihr kennt es sicherlich selber.

00:22:34: Man gibt immer so Radstöcke und Tipps... ...und auch einem selber passiert das!

00:22:38: Also ich habe auch schon zu meinem Kind gesagt, Mensch kannst du jetzt nicht einfach diese Banane essen?

00:22:42: Und danach dachte ich, oh Melanie bist du denn des Wahnsinns was... also

00:22:46: warum?!

00:22:47: Aber das passiert ja eigentlich und Du hast es schon gesagt Machtkämpfe sind jetzt nicht das Ideale aber das passiert Ja.

00:22:53: wenn ich das Gefühl habe... Ich kann dir sagen dass das bringt grad nichts.. Also fange ich an meine Elternpositionen zu benutzen, so ums Netz zu sagen.

00:23:04: Grundsätzlich ist aber mein Leitsatz den ich auch in der Praxis bei vielen Patienten immer mitgebe ist große Gefühle brauchen Verbindung.

00:23:12: du brauchst nicht dem Kind erklären dass das Essen jetzt gerade wichtig ist wenn er dir den Teller entgegen schmeißt.

00:23:19: Du brauchst deiner Tochter nicht erklären dass eine Banane jetzt super wäre weil sie hat noch keinen Obst gegessen.

00:23:25: da werden wir wieder mit.

00:23:27: oder wären wir jetzt wieder an diesem Punkt?

00:23:30: Das Gehirn schaltet ja das Denken gerade ab.

00:23:32: Das ist ja gar nicht da!

00:23:34: Also brauche ich Rationale mit Fakten, wenn du jetzt das dann das brauch ich gar nicht anfangen weil die Kinder hören in dem Moment gar nicht zu.

00:23:41: Wenn ich jetzt aber sage hör mal Schau mich mal Jetzt atmest du zweimal und dann überlegst du immer wie wir hier weiter machen werden Wirds immer auf Menschschuss kommen?

00:23:50: Was sind das?

00:23:52: Einfach so einen Verbindungsmoment schaffen indem man den Kind auch mal zuhört.

00:23:59: Und wenn es dann zum Beispiel sagen würde, ich mag Brokkoli nicht.

00:24:04: Das was daneben ist, Kartoffeln finde ich auch nicht so lecker.

00:24:07: Habe ich heute keine Lust auf?

00:24:08: Wir diskutieren ja ganz viel über Essen, wo wir eigentlich sagen, gestern hast du das noch vergessen.

00:24:14: Komisch!

00:24:15: Aber bei Kindern ist eben diese Impulskontrolle noch nicht so ausgereift dass die Brokkolier immer toll finden.

00:24:23: Dann kam Karl-Heinz Müller aus der Kita Gruppe und dachte also, was ist denn Brokkolin?

00:24:28: Das erinnert mich an Käsefuß von halt keine Ahnung.

00:24:31: Und dann verknüpfen die das ja so, wo wir denken... So kommt es her!

00:24:35: Aber Kinder sind ja da einfach einfacher gestrickt und die Impulskontrolle, nein, einfach so rauszuklopfen zu einem Brokkoli passiert halt schneller als bei uns Erwachsene.

00:24:46: Und ich glaube wenn man denn sagt, wenn wir jetzt mal bei diesem Thema Brokkolim lahmen und wenn man sagt aber ist ja komisch habe ich jetzt extra gekocht weil das hast du letzte Woche also hast du das viel gegessen und gerne Und das Kind dann sagt, aber das erinnert mich jetzt an irgendwas Komisches.

00:25:04: Dann kann man ja wenigstens irgendwie erörtern, warum es das nicht möchte?

00:25:08: Da ist die Crux quasi nicht völlig abzubiegen in irgendwelche Diskussionen.

00:25:14: Also ich bin auch ein Freund von du.

00:25:17: pass auf Ist es jetzt oder lass es.

00:25:21: Ich möchte gerne dass du was bist weil mit hungrig also hungrisch ins Bett gehen.

00:25:25: Das stelle ich mir jetzt nicht so schön vor.

00:25:27: Finden wir aber irgendwie ein Kompromiss.

00:25:29: Brauche es eine Soße?

00:25:30: Brauch ist nix aus Brokkoli und Kartoffeln auf der Gabel, keine Ahnung!

00:25:36: Manchmal kommen ja Kinder auf die kuriosesten Sachen.

00:25:38: Und ich glaube dass dieses Machtding ganz oft nur entsteht wenn ich selber keine Lösung mehr habe.

00:25:46: Aber darf ich da kurz reingrätchen?

00:25:49: Ja, was sicher.

00:25:49: Du merkst

00:25:49: jetzt sehr konkrete, nennt sie sehr konkretes Beispiel super und konkrete Situationen die da folgen können.

00:25:58: Das Ganze, es dreht sich ja jetzt um die Co-Regulation.

00:26:00: Dass ich meinem Kind nicht irgendwas verbiete oder sage, hör einfach auf!

00:26:06: Oder Kontrolle verlange über diese Situation soll ich so ja das Kind co-regulieren.

00:26:14: Da kann man das eine Ebene höher nehmen ohne spezielle Beispiele zu nehmen sondern grundsätzliche Strategien, grundsätzliche Wesenszüge der Co-Regulation.

00:26:27: Worum geht es denn da?

00:26:29: Wie kommen wir denn da den Kindern näher und können ihnen aus diesem Dilemma raushelfen?

00:26:39: Was sind da die wesenszügen?

00:26:43: Also das klingt immer ganz einfach ist in dem Moment aber Manchmal auch schwierig, das sage ich nur vorher.

00:26:50: Aber mein größter Hebel ist tatsächlich die Atmung.

00:26:54: Weil wir hatten ja vorhin, hattest du mich ja auch gefragt, Mensch, was passiert denn da?

00:27:00: Wenn da Wut ist und ... Wir haben ja gesagt, dass diese

00:27:05: Gefühlswelle

00:27:08: das Denkzentrum im Gehirn ausstellt.

00:27:10: So!

00:27:10: Das Gehirnt sagt jetzt okay Ich bin hier in einer Kriegssituation, muss laut sein, muss nicht verteidigen Ich mir knallt hier alles über.

00:27:19: Viel Cortisol im Spiel, viel Adrenalin, viel hormongesteuerte Prozesse und ich kriege das ja jetzt nicht wieder runterreguliert indem ich sage bleib mal ruhig!

00:27:31: Und Atmung ist ein ganz

00:27:34: wertvoller

00:27:34: Hebel für große Kleinen, für neubensneun neunzig plus wenn ich mich beruhigen will.

00:27:40: und es machen wir.

00:27:40: Wir säufzen... Wenn noch was anstrengend war Das war jetzt aber anstrengend.

00:27:45: Also, wir machen es eigentlich automatisch schon und ich habe meinen Kindern immer wieder vorgelebt... Okay, warte!

00:27:52: Ich muss erst mal zwei, drei Mal atmen damit ich mich wieder fokussieren kann.

00:27:55: Ich mache das vor und sage so, jetzt kann ich wieder mit dir reden.

00:28:00: Und irgendwann gucken die sich das ja ab?

00:28:03: Natürlich wenn jetzt die Folge gehört wird und man im Streit da anfangen zu atmen, klappt das meistens noch nicht so gut.

00:28:12: Als wir damit angefangen haben, bei unserer damals drei Jahre alten Tochter hab ich immer gesagt, gib mir mal deine Hände und mach das was ich mache.

00:28:21: Und habt es immer extrem quasi vorgemacht!

00:28:24: Weil wenn ich kurz einatme und der ausatmau quasi länger ist... Ich sag immer im Idealfall zählen wir bis acht bei der Ausatmung Dann wird hormonell gesteuert vom parasympathischen Nervensystem im Gehirn all das ausbeschüttet, was Stress-Hormone bindet.

00:28:43: Adrenalin, Cortisol.

00:28:45: und ich mache mir also ganz platt gesagt mit Atmung, mache es mir einfacher weil Hormone auch für mich arbeiten.

00:28:54: Und wenn ich das meinem Kind immer als Strategie mitgebe, es selber für mich als Strategienutze um selber bei Geld zu bleiben oder in Geld überhaupt hinzukommen und mein Kind halt einfach vorzuleben Bevor wir hier irgendwas klären, lass uns erst mal zwei, drei Mal tief atmen.

00:29:12: Früher hat man ja immer gesagt, die hauen mehr den Schlocker durch die Hoseatmen.

00:29:16: Atme doch mal durch!

00:29:17: Das ist alles gar nicht so falsch wenn ich weiß was eigentlich anatomisch dahinter passiert und das finde ich so spannend dass wir das an jedem Ort in jeder Situation einsetzen können.

00:29:30: deswegen ist dieser Atemhebel für mich einfach so smart.

00:29:33: Ich sage das teilweise auch schon bevor es escaliert.

00:29:36: Also in Übergangssituationen, wir kennen das alle.

00:29:39: Wir bringen das Kind in die Kita.

00:29:41: Das ist so eine Übergangssituation.

00:29:42: Wir holen es ab vom Freund nach Hause zu müssen von Spiel zum Armbrot.

00:29:47: Das sind ja alles so Übergangssituationen wo's meistens dann schon knallt weil er das einfach von der Impulskontrolle ganz viel abverlangt eben diese Situation anzunehmen und zu sagen okay dann höre ich jetzt auf mit dem schönen Spiel und esse jetzt Armbrott So!

00:30:00: Und wenn ich dann vorher schon sage oh Mensch Ich atme vorher schon mal oder wenn wir im Auto angekommen sind, dann sage ich okay, pass auf.

00:30:09: Wir machen mal kurz zwei Minuten Atempause und fahre quasi das System immer und immer wieder über diesen Hebel der Atmung runter Und das nimmt mir quasi ja schon viel Explosionsgefahr Wenn ich präventiv arbeite und nicht erst wenn es zu tret ist.

00:30:31: und dass so mein Lieblingshebel.

00:30:33: außerdem ist Körperkontakt teilweise eine sehr gute Strategie.

00:30:41: Viel Tiefendruck, sag ich jetzt mal für die, die das mit diesem Wort nichts anfangen können, der Hautkontak, wenn ich jemanden streiche, es so Oberflächen-Sensibilität, da merkt man im Oberfläche was.

00:30:53: und wenn ich jemanden drücke um Arme oder auch an den Beinen entlang streich und an den Arm, dass es so tief Druck in die Tiefe geht.

00:31:01: Deswegen heißt er tiefer Druck.

00:31:04: Dieser tiefen Druck sorgt einfach dafür, dass ich mich besser spüre in einer Wut-Situation.

00:31:11: In einer Situation wo mir alle Emotionen und Gefühle hochkochen fühle ich mich selbst nicht mehr.

00:31:17: Und wenn ich als von außen den Hebel nutze und sage hey verstehe dich am Arm ein bisschen fester Streife nicht das die Kinder irgendwie Auer sagen sondern wirklich merken oh da drückt etwas ja ohne dass es weh tut Denn finden sie dem Zugang zu sich selber schneller wieder.

00:31:35: Das ist ja genauso wertvoll, wenn das Flöten geht, wenn ich nicht weiß wo ich bin wer ich bin und was eigentlich gerade mit mir passiert weil das können die Kinder ja ebenfalls nicht einordnen sind dass zwei Hebel die Eltern teilweise da echt schnell auch wieder rauswohlen können.

00:31:50: Super das sind jetzt dus also was man machen sollte.

00:31:55: wir haben natürlich viele die zuhören die sich vielleicht schon sehr viel damit beschäftigt haben.

00:32:01: Vielleicht auch ein paar, die ja doch ganz neu auf dem Gebiet sind.

00:32:06: Vielleicht gibt's auch... Ja ich will es jetzt nicht in die Schuhe der Papas schieben aber vielleicht sagt ihr eine Mama ja Papa hör mal hier rein das ist auch mal was für dich ne?

00:32:15: Ist auch wichtig!

00:32:16: Vielleicht für alle die da jetzt noch nicht so drin sind.

00:32:18: Thema Was wären denn in solchen Situationen aus deiner Sicht absolute Don'ts.

00:32:24: Also was soll man gar nicht machen, was ist kontraproduktiv?

00:32:28: Wir wollen jetzt nicht über Gewalt sprechen das wollen wir schon mal ausklammern dass es natürlich immer falsch ist aber gerade vielleicht auf der verbalen Ebene aber auch im Körperkontakt.

00:32:40: du hast ja eben gesagt ja Körper Kontakt ist auch wichtig glaube manchmal wird sogar ja auch aus Erziehungsmaßnahmen Körper Kontakt verweigert oder entzogen.

00:32:48: Ich will jetzt gar nicht so viel zu vorwegnehmen, aber das waren die Ebenen in denen ich dachte, was würdest du sagen?

00:32:54: Wenn dir einer das bei deiner Sprechstunde erzählt, dass er sagt,

00:32:57: ah, das

00:32:58: ist nicht!

00:32:59: Davon würde ich ihn eher abraten.

00:33:01: Ja da fallen mir konkret drei Dinge gleich einspontan.

00:33:06: A-Vier zu reden, weil die Worte kommen eh nicht an und es macht einen Erwachsenen der sich gerade um Kopf und Klagen wedet, macht ihnen das nur Südende Weil der Erwachsene fühlt sich an dem Moment auch nicht verstanden.

00:33:19: Wenn ich meine Kinder erkläre, ja weißt du aber, du musst doch was essen und guck mal jetzt messen wir den Teller entgegen und kann noch nicht wahr sein?

00:33:24: Und ich muss das dir alles aufräumen!

00:33:25: Und er antwortet ja nicht.

00:33:26: Das Kind antwortete ja nicht das, was ich eigentlich mir jetzt quasi durch dieses Gespräch erhoffe.

00:33:32: Das kind wird ja denn nicht außen nur sagen okay Papa, gib mir mein Teller zurück, äh ich... Also.. Ich sag' das größte Don't, was du... Lass es einfach ist viel zu reden dich um Kopf und Kranken zu reden, mach dich wie südend.

00:33:46: Du wirst rot!

00:33:47: Dein Kind ist sowieso schon

00:33:48: rot!".

00:33:49: Und dann sind beide Systeme völlig

00:33:51: überrext.".

00:33:53: Das Zweite was ich nicht machen würde, ist den Raum verlassen?

00:33:56: Es sei denn... Ich bin als Erwachsener wirklich richtig stinksauer und kann selbst meine Emotionen nicht mehr halten.

00:34:03: Aber wenigstens zu sagen, woa, ich bin auch richtig wütend gerade.

00:34:07: Ich komme sofort wieder.

00:34:10: Auf Toilette, ich mach mir das Wasser nie ins Gesicht und komme dann wieder.

00:34:15: Aber ein Kind, was ja völlig in seiner Emotion überfordert ist ... Sonst würde es nicht so schreien oder ausufern.

00:34:24: Fühlt sich ja eh schon unsicher!

00:34:26: Und hat keinen sicheren Halt, kein Safe Place.

00:34:30: Safe Place?

00:34:31: In dem Moment.

00:34:32: Ich glaube, dass macht es nur noch schlimmer.

00:34:35: Das macht einen richtigen Vertrauensbruch, wenn ich sage, da musst du halt damit alleine

00:34:39: leben.".

00:34:40: Da mach ich jetzt hier die Tür zu und geh.

00:34:42: Wir meinen das ja meistens gar nicht so schlimm, aber wenn man sich hineinversetzt, man versteht sich selber gerade nicht und wird dann noch alleine gelassen für was, was man selber gerade auch nicht einordnen kann, das finde ich... Das sollte man einfach mal vielleicht mit der anderen Brille betrachten, was da eigentlich passiert.

00:35:00: Und das Dritte, was ich auf keinen Fall machen würde ist irgendwie vorführen.

00:35:06: So dieses eher Kokoma Wenn es jetzt so in einer Zweiersituation ist, zwei Freunde.

00:35:11: Einer klickt einen Ausbruch und der andere sieht zu.

00:35:14: Dass man sagt ja gucke mal deine Freundin guckt ihr dazu oder deinen Kumpel?

00:35:17: Oder irgendwie so sondern eher vielleicht dann sagen können wir gehen raus aus der Situation kommen wir reden Mal in dem Zimmer oder irgendwie so.

00:35:24: Sondern das ist auch nicht so vor anderen so ausdiskutieren müssen

00:35:30: Ganz wichtige Aspekte, die einfach das Potenzial haben, das Ganze nochmal deutlich zu verschlimmern in der Situation.

00:35:37: Das ist ja das Dramatische.

00:35:42: Auf das Thema müssen wir jetzt auch sicher noch zu sprechen kommen.

00:35:45: Welche Rolle haben denn Grenzen?

00:35:49: Dass ich, obwohl es eine derartige Ausnahmesituation ist als Elternteil dann trotzdem Grenzensätze, sei es jetzt was körperliche Aktionen angeht.

00:36:05: Sei es generell Grenzen die gesetzt werden.

00:36:08: ist das in diesen Situationen Fehl am Platz?

00:36:12: oder eigentlich gehört's mit zur Co-Regulation?

00:36:17: Also ich finde egal aus welcher Sicht jetzt betrachtet das Kind oder in der Erwachsenung Ich finde beide dürfen ihre Grenzen äußern.

00:36:27: Ich als Erwachsener darf sie aber nicht auch unter den Deckmanteln Macht benutzen.

00:36:35: Gehen wir mal davon aus, das Kind kriegt richtigen Wutanfall und beruhigt mich an.

00:36:40: Denn darf ich ja als Erwachsener trotzdem es laut finden?

00:36:44: Dann kann ich sagen zu laut!

00:36:46: Aber eben in kurz und knapp und nicht belehrend und dich warum und wieso bezahlt sondern zu laut stoppen.

00:36:55: dieses Stopp, diese Hand heben und sagen stopp.

00:37:00: Das ist ja schon eine Grenze für mich!

00:37:02: Ich muss ihn nicht pädagogisch wertvoll erklären

00:37:04: usw.,

00:37:05: wenn das Kind denn aber auch noch handgreifig wird und mich hauen will oder irgendwas kann ich sagen?

00:37:10: Stopp?!

00:37:11: Nein!

00:37:12: Aber einen Erwachsener gerade so was, wenn ich auch so diese Efallationen in der Praxis mitkriege, Erwachssene haben ganz oft diese Intention es zu erklären Aber das kann ich dann im Nachgang machen.

00:37:27: Wenn sich die Lage wieder entschärft hat, kann ich sagen ... Du weißt so, dass du sauer bist?

00:37:32: Das versteh' ich alles!

00:37:34: Aber es wird nicht gehauen und es wird mich angeschrien oder mir etwas entgegengebrochen.

00:37:39: Das ist meine Grenze.

00:37:40: Das mache ich bei dir nicht und ich möchte dich bei mir nicht.

00:37:42: Aber dann kommt es halt auch an.

00:37:44: Dann findet das Gehirn... Dann hat es einen Lerneffekt.

00:37:47: Ich finde, Grenzen setzen darf ich zu jeder Zeit, daß das Kind und ja auch ich Also selbst wenn man als Erwachsener mal laut wird und das Kind sagt, stopp!

00:37:56: Das ist ja genau so eine Grenze.

00:37:58: Die ich dann auch erst mal verkaffen muss.

00:38:00: aber Grenzen finde ich sind super wichtig Und das lebe ich ja auch vor.

00:38:07: Wenn ich als Erwachsener ständig meine Grenzen übertreten lasse gucken sich das ja meine Kinder ab und das ist ja auch nicht das Ziel was wir wollen.

00:38:15: Aber ich finde es immer in der Art der Kommunikation wie ich diese Grenzen ziehe.

00:38:19: Und ja eben auch, ich muss mir natürlich bevor ich eine Grenze ziehe oder bewusst sein dass ich sie durchziehe.

00:38:27: Also wenn ich jetzt sage aus reiner Macht heraus, ne dann kriegst du halt kein Eis denn essen alle in den Eis und du guckst zu als Beispiel und nach fünf Minuten sag ich ja jetzt bist du wieder lieb, jetzt kriegste doch wieder das Eis.

00:38:41: Das ist für mich keine Grenze!

00:38:43: Das ist es für mich Macht!

00:38:44: Man darf klar nochmal für sich rekapitulieren was ist denn überhaupt?

00:38:50: meine Grenze.

00:38:51: Oder ist die Grenze einfach nur, du ich fühle mich gerade nicht gut weil wir in der Öffentlichkeit in einem Eisladen sind oder im Café oder irgendwas und das... Ich fühl mich nicht gut, weil ich nicht weiß was die anderen denken.

00:39:04: Die gucken alle so komisch oder irgendwas.

00:39:06: Das ist ja vielleicht eigentlich die Grenzen und nicht das Eis.

00:39:09: Oder dass da an dem Gruppengeschäden teilgenommen werden darf?

00:39:15: Ja, das ist wie die.

00:39:18: jede Sache, die du sagst lässt sich direkt übertragen auf Situationen, die man kennt und da kann man glaube ich ganz viel mitnehmen.

00:39:26: Jetzt sind wir schon ein bisschen fortgeschritten mit der Zeit.

00:39:29: Ich würde gerne noch mal einen Blick einmal darauf richten dass Du ja auch ein wunderbares Buch geschrieben hast.

00:39:34: Vielleicht kannst Du dazu nochmal ein paar Sätze sagen.

00:39:37: was erwartet Die Leserinnen und Leser wenn sie in dein Buch schauen?

00:39:40: Und wie heißt es überhaupt?

00:39:43: Also das Buch heißt, starke Gefühle in der Familie sicher begleiten.

00:39:47: Und mein Ziel war es eben ganz simpel zu erklären was passiert eigentlich?

00:39:53: In dem Kind, was passiert im Gehirn, was gehört anatomisch vielleicht dazu aber so erklärt dass es jeder auch einfach wirklich einmal lesen kann und ist irgendwo versteht damit ich weiß was mit meinem Kind passiert.

00:40:08: weil ich sage immer zu den Patienten von uns und zu den Familien Weißt du, wenn das Ding im Namen hat?

00:40:13: Wenn ich das zuordnen kann.

00:40:15: Wenn ich weiß ... Das ist normal und das passiert da!

00:40:20: Denn zweifle ich mich auch als Mama oder Papa nicht so an.

00:40:23: Das heißt also, wenn ich weiß was sind die Fakten, die Hautenfakten zur Gehirnentwicklung, zu Sympathikos, zu Parasympathika, zu all dem, was dazugehört... Dann kann ich mein System auf Geld halten, sag' ich immer.

00:40:37: Und es erwartet dann ganz viel Praxis.

00:40:41: Viele Übungen im Alltag ohne viel Stress einbauen kann.

00:40:46: Und mir war es ein Anliegen, ganz viele Stellschrauben eben auch sichtbar zu

00:40:51: machen.".

00:40:51: Was hast du für Hebel überhaupt in der Hand?

00:40:53: Weil wenn ich ... Ich bin zweifach Mama und auch beim ersten Kind war das mein erstes!

00:40:59: Ich habe das auch noch nie vorher gemacht und habe auch Fehler gemacht, wo ich heute sage, wow, dass werde ich mich sparen können.

00:41:07: Aber genau aus diesen Fehlern wollte ich lernen.

00:41:10: Ich möchte quasi, dass jeder sich da draußen abgeholt führt und sagt ja besser noch schon mal.

00:41:16: War jetzt keine Glanzleistung aber wir machen es besser Und mit meinen Tipps die ich quasi so gebe.

00:41:22: das sind alle die ich da irgendwie reingepackt habe in Richtung Was gebe ich den Eltern mit?

00:41:26: was funktioniert bei uns zu Hause?

00:41:28: Was sind Spiele wie wir Zuhause machen?

00:41:30: was sind einfach Möglichkeiten?

00:41:31: was sind Sätze?

00:41:33: Das habe ich einmal probiert das brennt sich Ja gut ein und das war mir sehr wichtig dass eben Ergotherapeutische Übungen, to go irgendwie möglich sind.

00:41:43: Und eben nicht immer erst noch zur Ergotherapie gerannt werden muss.

00:41:47: Natürlich gibt es Kinder die brauchen oder Familien, die brauchen einfach Hilfe weil die Stellschrauben vielleicht zu groß sind.

00:41:54: aber wir haben in Deutschland leider das Problem dass wir viele viele Praxen haben die unendlich lange Wartezeiten teilweise von zwei drei Jahren haben.

00:42:02: und mein Anliegen war es auch tatsächlich diese Brücke zu schaffen zwischen, okay ich stehe auf einer Warteliste.

00:42:10: Ich hole mir Hilfe aber ich kann schon selbst was tun weil ich immer wieder merke dass dieses Thema egal ob bei uns in den Praxen oder eben auch auf Social Media das immer stärker wird und ich bin kein Fan von irgendwelchen Coaches und keine Ahnung selbst ernannten Familientherapeuten ich finde der sollte einfach in dem richtigen Händen bleiben.

00:42:31: Das ist mein Job.

00:42:32: Ich mache das gerne und meine Tipps, die halt auch schon seit fünfzehn Jahren super gut funktionieren habe ich jetzt einfach niedergeschrieben weil ich dachte da können bestimmt viele gebrauchen.

00:42:43: Super!

00:42:44: Letzte Frage was wäre dein größtes Learning dass du Eltern wünschen würdest für diese Situationen wo sich am meisten tun würde?

00:42:56: Wo man sich am meistens dadurch verändern würde?

00:42:59: in drei Sätzen

00:43:02: Hört auf, dass was die Kinder euch entgegenbringen an Wut und Ärger und Traurigkeit auf euch zu ziehen.

00:43:10: Und dieses große Gefühl, das da auftaucht, braucht Erstverbindung bevor rational irgendwas erklärt und erzogen

00:43:17: werden kann.

00:43:19: Ja, super!

00:43:20: Punkt!

00:43:21: Wann ist drei Sätze?

00:43:23: Nein, na

00:43:25: ja, ist egal... Egal wie viele Sätze es waren, war das ein sehr schönes Schlusswort für die heutige Episode.

00:43:31: Melanie vielen Dank für deine Antworten auf die ganzen Fragen mit denen wir dich gelöchert haben.

00:43:38: Ich denke hier war vieles dabei was Eltern mitnehmen können sei es präventiv oder auch rückwirkend sich vielleicht mal hinter die Ohren schreiben können für die nächste Situation wo man sie anwenden kann.

00:43:51: und alle die jetzt ganz toll finden, was Melanie erzählt hat.

00:43:56: Du hast am Anfang gesagt, dass du ein Instagram-Kanal hast ... Hast aber nicht gesagt, das fasst eine halbe Million Menschen dir folgen?

00:44:03: Das ist ja schon wirklich echt ne Menge!

00:44:05: Also auch Gratulation dazu.

00:44:07: Das verlinken wir hier natürlich in den Shownotes, dass ihr da per Klick auf den Kanal kommt und natürlich auch zu deinem Buch, wer da jetzt neugierig geworden is'.

00:44:17: Und wenn ihr jemand anderen kennt der gerade vielleicht auch mit starken Gefühlen bei den Kindern zu tun hat, sich da Gedanken macht.

00:44:23: Das kommt ja immer mal wieder beim Gespräch unter Eltern auch raus.

00:44:27: Ach, wie machst du das?

00:44:28: Der hatte mir da den Schlüsselspinnaht an den Kopf geworfen, was wir hätte ich reagieren sollen!

00:44:35: Für alle die leitet doch gerne diese Episode weiter.

00:44:38: Wir würden uns sehr freuen und schickt uns gerne Feedback oder Themenwünsche.

00:44:42: Wir nehmen das alles gerne mit auf.

00:44:45: Und so wünschen wir euch eine gute Zeit und wir hören uns bei der nächsten Folge.

00:44:49: Bis dahin,

00:44:50: tschüss!

00:44:51: Tschüss!

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